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Beispielhafte Hinweise zur Erstellung des Erwartungshorizonts

Die Arbeit am Erwartungshorizont sollte nicht als Erfüllung eines Formalakts gehandhabt werden, sondern vielmehr einer ersten fundierten Auseinandersetzung mit dem Thema, leitenden Fragestellungen und möglichen methodischen Herangehensweisen dienen, sodass die Grundlage für die nächsten Schritte geschaffen ist.

Die hier angeführten Aspekte sollen einerseits die Vorgaben verdeutlichen und andererseits aufzeigen, wie die Schüler/innen bereits in dieser frühen Phase an die grundlegenden Prinzipien herangeführt werden können: Wahl eines realisierbaren Themas – Arbeiten anhand leitender Fragestellung(en) – kluge, umsetzbare und passende Wahl der Methoden – Klarheit über Wege der Umsetzung.

Erwartungshorizont - Genehmigungsdatenbank
Beispiele für einen ErwartungshorizontAnmerkungen zu den einzelnen Bausteinen, die in die VWA-Genehmigungsdatenbank eingegeben werden

Themenstellung der VWA:  (etwa 100 Zeichen)
Förderung hochbegabter PrimarschülerInnen in Wien und Ottawa – ein Vergleich

 
  • Das einzureichende Thema darf nicht aus einem einzelnen Wort bestehen. Die Zeichenanzahl soll 100 Zeichen inkl. Leerzeichen nicht wesentlich überschreiten. 
    Ausnahme: Wird die Arbeit in einer Fremdsprache verfasst, ist das Thema in der Fremdsprache und auf Deutsch anzugeben. In diesem Fall können die 100 Zeichen überschritten werden.
  • Die Themenstellung soll so allgemein formuliert sein, dass alle inhaltlichen Details, die im Erwartungshorizont erwähnt werden, darunter subsumiert werden können.
  • Die Themenstellung soll gleichzeitig so konkret sein, dass klar ist, um welche Teilbereiche eines Themenfeldes es geht. Die Nennung regionaler (in Wien, im oberen Waldviertel), zeitlicher (zwischen 1945 und 1955) oder hinsichtlich bestimmter Personen(gruppen) (junge Menschen zwischen 20 und 25; die Schüler/innen der ersten Klassen unserer Schule) oder Entitäten (z. B. Namen einer NGO, über die gearbeitet werden soll) vorgenommener Einschränkungen etc. hilft dabei.
  • Das formulierte Thema soll nichts enthalten, was im Erwartungshorizont nicht erklärt wird.
  • Es ist nach Fertigstellung der Arbeit möglich, das Thema (= den Titel) durch einen Untertitel zu ergänzen.
  • Das eingereichte Thema kann nicht mehr verändert werden. Wie in der Einreichung formuliert, steht es auf dem Maturazeugnis.
  • Die Felder im Erwartungshorizont sind in jedem Fall auf Deutsch auszufüllen.
 

Thema eingereicht durch:
Maria Musterfrau

 

Schule:
BRG 24, Rudolfsweg

 

Reifeprüfung:
2019

 

Betreuer/in:
Max Mustermann

 

Inhaltliche Zuordnung der VWA:
Sozialwissenschaftlicher Bereich und Wirtschaftswissenschaften

 
  • Mögliche Auswahl:
    • Geisteswissenschaftlicher Bereich
    • Sozialwissenschaftlicher Bereich und Wirtschaftswissenschaften
    • Kreativer Bereich
    • Naturwissenschaftlicher Bereich, Mathematik, Informatik
    • Sonstige
  • Manchmal ist es nicht ganz eindeutig, welchem der zur Auswahl stehenden Bereiche eine VWA zugeordnet werden kann. In manchen Fällen treffen zwei Optionen zu. Es sollte jener Bereich ausgewählt werden, zu dem das Thema inhaltlich besser oder am besten passt. Das ist dann immer als Kompromiss zu verstehen, da die VWA-Datenbank hier leider keine Mehrfachnennungen zulässt.
  • Die Methode allein (z. B. Interview mit einem Arzt bei einer VWA über die Alzheimer-Krankheit) macht beispielsweise ein naturwissenschaftliches VWA-Projekt nicht zu einem sozialwissenschaftlichen. Zur Verdeutlichung: Wenn es um die Darstellung einer Krankheit mit ihren körperlichen Ursachen, Symptomen etc. geht und ein Interview gemacht wird, so ist das Thema trotzdem den Naturwissenschaften zuzuordnen.
  • Betreuende und Schüler/innen sind in diesem Zusammenhang angehalten, gemeinsam zu prüfen, welche Art von Informationen und Wissen für die VWA überwiegend zusammengetragen bzw. verschriftlicht werden wird. Danach ist über die inhaltliche Zuordnung zu entscheiden.
 

Sprache:
Deutsch

 

Persönlicher Impuls und erste Basisliteratur:
(1.500 Zeichen)

Da ich mich einerseits für Hochbegabung interessiere und andererseits ein Jahr in Ottawa gelebt und dort die Schule besucht habe, werde ich mich im Zuge der VWA mit einer Kombination dieser Themen beschäftigen: Wie erfolgt die Förderung von hochbegabten Volksschulkindern in Wien und Ottawa? Die Altersgruppe PrimarschülerInnen habe ich gewählt, da es in Wien eine Reihe von Standorten für diese Altersgruppe gibt, während für meine Altersgruppe nur die Sir‐Karl‐Popper-Schule Fördermaßnahmen anbietet, was eine Untersuchung unergiebig macht.

Erste Basisliteratur:
Huser, Joëlle: Lichtblick für helle Köpfe. Ein Wegweiser zur Erkennung und Förderung von hohen Fähigkeiten bei Kindern und Jugendlichen auf allen Schulstufen. Zürich: Lehrmittelverlag Zürich, 2007.
Colangelo, Nicholas, Davis, Gary A.: Handbook of Gifted Education. Pearson, 2002.
Österreichisches Zentrum für Begabtenförderung und Begabungsforschung (Hg.). FAQs zur Begabungs‐ und Begabtenförderung. Salzburg: ÖZBF, 2010.

 
  • Die Beschreibung des „persönlichen Impulses“ ist ein sehr aufschlussreicher Teil des Erwartungshorizonts, da sich daraus weitere Hinweise ergeben, was der Schülerin/dem Schüler wichtig ist.
  • Formales: Bei der Angabe der Literatur ist die korrekte Zitation wichtig. Speziell bei der Anführung von Internet-Adressen ist auf korrektes Zitieren zu achten! Bereits zu diesem Zeitpunkt sollten Schüler/innen auf die an der Schule vergebenen Zitierregeln hingewiesen werden.
 

Geeignete Leitfragen: (500 Zeichen)

  • Welche Definitionen von Hochbegabung gibt es in der wissenschaftlichen Literatur und welche Kriterien werden herangezogen?
  • Welche Förderkonzepte werden in der Literatur beschrieben und wie unterscheiden sich diese?
  • Welche Angebote zur Förderung von hochbegabten VolksschülerInnen gibt es im Bereich des Stadtschulrats Wien und im Bereich des Ottawa‐Carleton District School Board (OCDSB, Schulbezirk von Ottawa + Umgebung)?
  • Welche Gemeinsamkeiten/Unterschiede sind hinsichtlich der eingesetzten Modelle und hinsichtlich des Ausmaßes festzustellen?
 
 
  • Leitfragen sind als Fragen zu formulieren, nicht als Hypothesen und auch nicht „verpackt“ in Sätze.
  • Keine Sorge vor zu wenigen Fragestellungen, falls der Platz nicht reicht: Unterfragen können jederzeit bei der Erstellung der VWA hinzugefügt werden, wenn Antworten darauf gegeben werden können.
  • Die Leitfragen sind mit Bedacht zu wählen, da sie das Arbeiten entlang eines „roten Faden“ ermöglichen.
  • Die Leitfragen sollen mit dem gewählten Thema zusammenpassen, dieses also inhaltlich weder erweitern noch wichtige Aspekte komplett aussparen.
  • In den Leitfragen muss sich das oben angegebene Thema widerspiegeln (Hinweise auf regionale Zuordnung, die für das Thema relevante Personengruppe und den zeitlichen Rahmen sind in die Fragen zu integrieren, da sie diese konkret machen).
 

Abgestrebte Methoden: (500 Zeichen)
Angestrebte Methoden sind Literaturauswertung, evtl. ExpertInneninterviews, qualitative und quantitative Datenerhebung und -auswertung.

 
  • Methoden = Arbeitsweisen (Recherchieren, Exzerpieren, Zusammenfassen, Analysieren, Vergleichen und Gegenüberstellen, Interpretieren, Interviewen, Entwerfen von Fragebögen, Filmanalysen, etc.).
  • Die geplanten Arbeitsschritte im Rahmen des VWA-Projekts sind in einigen Sätzen (mit bis zu 500 Zeichen inkl. Leerzeichen) zu beschreiben.
  • Betreuende und Schüler/innen sind angehalten, gemeinsam zu überlegen, welche Arbeitsschritte notwendig sein werden, um das VWA-Projekt sinnvoll umzusetzen. So wird bei der Lektüre des Erwartungshorizonts klar, ob das Projekt von Schüler/innen realistisch eingeschätzt wird oder nicht.
  • Der „Methodenteil“ des Erwartungshorizonts soll zeigen, wie das Thema und die Fragestellungen bearbeitet werden sollen. Diese müssen zusammenpassen und dürfen sich nicht gegenseitig ausschließen oder erweitern.
  • Bei der Angabe der Methoden sollte vermieden werden, mehr zu versprechen, als jemals in der vorgegebenen Zeit (vorletzte und letzte Schulstufe) umgesetzt werden kann. Deshalb sind „übergroß“ konzipierte VWA-Projekte zu vermeiden! Denn: Auch mit einer gut überlegten Literaturrecherche und einer sauberen Textanalyse kann eine VWA sinnstiftend geschrieben werden.
  • Eine Erweiterung der VWA ist aus inhaltlichen Gründen immer möglich, eine Einschränkung im Nachhinein nur schwer.
  • Wichtig: Ab der Einreichung des Erwartungshorizonts sollte zwischen Schüler/in und Betreuer/in Konsens darüber bestehen, wie das Projekt praktisch umgesetzt werden soll – die „Neugestaltung“ oder das „Zurechtrücken“ des Projekts nach der Genehmigung durch die Schulinstanz ist nicht vorgesehen und vergeudet die Zeit aller Beteiligten.
 

Ungefähre Gliederung: (500 Zeichen)

  1. Einleitung
  2. Beschreibung und Begründung der Vorgangsweise
  3. Zusammenfassung der gebräuchlichsten wissenschaftlichen Definitionen von Hochbegabung
  4. Beschreibung der Förderkonzepte Akzeleration, Enrichment und Separation
  5. Quantitativer und qualitativer Vergleich zwischen den Förderangeboten für hochbegabte PrimarschülerInnen im Bereich des SSR Wien und des Ottawa‐Carleton District School Board
  6. Abschließende Bemerkungen
 
 
  • Die Gliederung soll zeigen, wie sich die Kandidatin/der Kandidat zur Zeit der Einreichung die Struktur der VWA vorstellt. Daraus wird ersichtlich, ob die Schüler/innen ihre Projekte abschätzen können und realistisch planen.
  • Die Gliederung erweitert auf keinen Fall das formulierte Thema, sondern fasst die Informationen des Erwartungshorizonts schriftlich zusammen.
  • Die Gliederung muss zur Themenstellung passen, die Beantwortung der Leitfragen soll mittels der angeführten Teilkapitel der VWA vorstellbar sein.
  • Diese Gliederung wird/kann sich selbstverständlich ändern. Sie ist zum Zeitpunkt der Einreichung des Erwartungshorizonts eine Momentaufnahme.
 

Partnerinstitutionen
Name: Begabungsförderungszentrum im Stadtschulrat für Wien
Adresse: Wipplingerstraße 28, 1010 Wien

 
  • Partnerinstitutionen werden nur dann genannt, wenn die VWA unmittelbar mit diesen in Verbindung steht und sie auch Ressourcen einsetzen, etwa in Form persönlicher Beratung, zur Verfügung gestellter Materialien oder anderer Unterstützungsmaßnahmen. Bibliotheken, in denen recherchiert wird, sind offiziell nicht als Partnerinstitutionen zu nennen.
  • Gerne können hier aber Institutionen genannt werden, mit denen für den Zeitraum der Erstellung der VWA eine lose Zusammenarbeit besteht.
 


Hilfreiche Hinweise:
Bitte beachten: Vor der Übermittlung des Erwartungshorizonts über die VWA-Genehmigungsdatenbank sollten Schüler/innen und Betreuungspersonen nachfolgende Fragen besprechen und klären:

  • Sind alle Felder den Vorgaben entsprechend ausgefüllt?

  • Ist die Themenstellung konkret genug formuliert? Zu vermeiden sind unklare, zu allgemeine Formulierungen, eine zu weit gefasste Themenstellung.

  • Stimmen Themenstellung und Leifragen überein?

  • Sind die Leitfragen auch tatsächlich als Fragen formuliert?

  • Sind die Angaben zu den angestrebten Methoden im Zusammenhang mit der Themenstellung realistisch umsetzbar?

  • Sind die Angaben zur ungefähren Gliederung  der Arbeit eventuell zu allgemein formuliert? (Einleitung, Hauptteil, Schluss)? Oder sind diese eventuell zu weit angelegt, sodass sie vermuten lassen, dass die Themenstellung ein zu umfangreiches inhaltliches Gebiet abdeckt und damit den Umfang einer VWA sprengen würde?

  • Sind die Themenstellung und Angaben im  Erwartungshorizont sprachlich und grammatikalisch korrekt bzw. verständlich formuliert?

  • Weisen  die Themenstellung und Angaben im  Erwartungshorizont eventuell noch unzumutbar viele Rechtschreib-, Zeichensetzungs-, Tipp- oder Schlampigkeitsfehler auf?