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Allgemeines zu Arbeitsweisen

Das Wort „Methode“ bezeichnet ein „planmäßiges Vorgehen“ oder auch ein „auf einem Regelsystem
aufbauendes Verfahren, das zur Erlangung von [wissenschaftlichen] Erkenntnissen oder praktischen
Ergebnissen dient“.  Der Begriff leitet sich vom griechisch-spätlateinischen Wort méthodos
ab und bezeichnet den „Weg oder Gang einer Untersuchung“, ein „nach festen Regeln oder
Grundsätzen geordnetes Verfahren“, den „Weg zu etwas hin“. Eine Methode ist also ein geplanter, systematischer Weg zu einem bestimmten Ziel.

Eine Methode ist ...

  • die Art und Weise etwas zu tun,
  • eine Arbeitsweise, die gewissen Regeln/Arbeitsschritten folgt,
  • eine Herangehensweise, Forschungsthemen zu untersuchen bzw. eine Fragestellung zu beantworten.

Relevant ist dabei die Brauchbarkeit der Methode zur Beantwortung der Fragestellung.

Im Kontext der VWA bedeutet das, …

  • die Vorgehensweise zur Umsetzung des VWA-Projekts vorzubereiten,
  • diese zu planen,
  • Regeln und Grundsätze für die Vorgehensweise zu beachten und
  • das Vorgehen immer wieder daraufhin zu überprüfen, ob es zielgerichtet der Beantwortung der Fragestellung dient.

Von der Fragestellung zur Datenauswertung
Das Erstellen einer VWA ist ein Projekt, das sich – mit vielen Zwischenschritten – über einen relativ großen Zeitraum erstreckt: von der Themenwahl über die Entwicklung einer Fragestellung zum Methodeneinsatz und der Datenauswertung bis zum Verfassen der schriftlichen Arbeit. Zu beachten ist IMMER der prozesshafte Charakter des Projekts, in dem ein Schritt den nächsten bestimmt:
 

FragestellungDas Interesse des Schülers/der Schülerin an einem Thema resultiert in einer Fragestellung.
MethodenauswahlInteresse und Fragestellung bedingen die Arbeitsweisen (Methoden), mit denen in den kleinen Projekten der Schüler/innen gearbeitet wird. Welche Arbeitsweisen (Methoden) ausgewählt werden, ist von der jeweiligen Fragestellung abhängig.
Vorbereitung des Methodeneinsatzes

Haben sich die Schüler/innen für (eine) bestimmte Methode(n) entschieden, so muss die Umsetzung derselben vorbereitet werden.

Beispiel: Für die Durchführung eines Interviews muss unter Umständen ein Interviewleitfaden erstellt werden, technische Geräte müssen besorgt werden, um das Interview dokumentieren zu können.

Methodeneinsatz (=Datenproduktion)

Bei der Anwendung von Methoden kommt Wissen über diese Prozesse zur Anwendung, weshalb es wichtig ist, sich auf diesen „Methodeneinsatz“ vorzubereiten.

Beispiel: Beim Einsatz einer Interviewtechnik ist es wichtig, über bestimmte Fragetechniken (z.B. offene/geschlossene Fragen) und ihre möglichen Effekte im Interviewverlauf  Bescheid zu wissen.

Datendokumentation

Die Anwendung jeder Methode erzeugt unterschiedliches Datenmaterial.
Beispiel: Die Durchführung eines Interviews „erzeugt“ Aufnahmen auf einem Aufnahmegerät, eine Beobachtung erzeugt (Feld-)Notizen oder evtl. Fotographien.
Das Datenmaterial muss also sinnvoll dokumentiert und sortiert werden. Jede Methode, die Daten erzeugt, benötigt eine wohlüberlegte Dokumentations- und Sortiermethode.
Beispiel: Interviews werden elektronisch aufgezeichnet und müssen danach transkribiert werden, um die Inhalte sinnvoll ordnen zu können.

DatenauswertungDaran anschließend werden die Datenmaterialien (Interviewtranskriptionen, Feldnotizen, Beobachtungsprotokolle, etc.) ausgewertet. Es werden darin jene Informationen herausgefiltert, die für die Verwendung in der schriftlichen Arbeit verwertet werden können.
SchreibprozessErst daran anschließend kann über die Ergebnisse dieses Prozesses und die Beantwortung der Fragestellung geschrieben werden.


Datendokumentation sowie Dateninterpretation und –analyse sind ebenfalls eigene Arbeitsweisen, die auch als solche benannt werden sollten. Die Erhebungsmethode bedingt sowohl die geeignete Dokumentationsmethode als auch die Interpretationsmethode.


Für all diese Arbeitsschritte sollte ausreichend Zeit eingeplant werden. Dies unterstreicht die Wichtigkeit, die leitende Fragestellung für VWA sehr konkret zu formulieren und damit ein überschaubares und machbares Projekt in Angriff zu nehmen, damit für alle Schritte des Prozesses genügend Zeit bleibt.

Von entscheidender Bedeutung ist es, dass schon bei der Erstellung des Erwartungshorizontes die Arbeitsweisen (Methoden) festgelegt werden und mit der Fragestellung eine sinnvolle Klammer bilden.