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Richtig zitieren

Jede Übernahme von Erkenntnissen aus der Literatur ist in der VWA auszuweisen und zu belegen, Zitate sind als solche zu kennzeichnen. Geschieht dies nicht, vergreift man sich am geistigen Eigentum anderer und begeht ein Plagiat.

Funktion von Zitaten:

  • Das Zitieren dient dem Schutz des geistigen Eigentums des Urhebers/der Urheberin eines Gedankens.
  • Das Zitat ermöglicht der Leserin/dem Leser zu überprüfen, woher die Aussagen stammen und ob sie korrekt übernommen wurden.
  • Es wird belegt, dass man sich mit dem Thema umfassend beschäftigt und die relevanten Quellen zur Kenntnis genommen hat.
  • Sie stützen die eigene Argumentation.

Man unterscheidet zwei Arten von Zitaten:

1. wörtliche (direkte) Zitate, an deren Wortlaut nichts geändert werden darf;

2. sinngemäße (indirekte) Zitate (Paraphrasierungen bzw. Zusammenfassungen), in denen der Wortlaut des Originaltextes verändert wird, wobei die Aussagen sinngemäß wiedergegeben werden.  

Ad 1) Wörtliche (direkte) Zitate:
Wörtliche Zitate sind sinnvoll,

  • wenn ein zentraler Inhalt in einem Satz oder in einer Textpassage besonders pointiert formuliert ist,
  • wenn man die im Zitat getroffene Aussage in der eigenen Arbeit diskutieren möchte.

Zitiertechnik: Jedes wörtlich übernommene Zitat ist als solches kenntlich zu machen. In jedem Fall wird es in Anführungszeichen gesetzt.

Längere Zitate (ab drei Zeilen) werden im Schriftbild abgehoben. Dies kann erfolgen, indem man den übernommenen Text

  • als Textblock einrückt
  • sie kursiv setzt oder eine kleinere Schriftgröße verwendet (Formale Gestaltung).

Kürzere Zitate werden in den Fließtext integriert.

Zitat im Zitat: Ein Zitat im Zitat wird in einfache Anführungszeichen gesetzt.

„Er musste sich über mich gebeugt haben, weil ich das Gesicht plötzlich in Großaufnahme sah, gleichsam mehrfach vergrößert. ‚Gott sei Dank, du lebst‘, hörte ich. ‚Aber du bist krank. Du hast Malaria.‘“¹
_______________________
¹ Kapuściński, 2001, S. 56.  

Auslassungen innerhalb von Zitaten werden durch [...] angezeigt. Der ursprüngliche Sinn der Aussage darf sich dadurch nicht verändern.

„Das Regime Mengistus wurde nach siebzehnjähriger Herrschaft im Sommer 1991 gestürzt. Der Führer selbst setzte sich [...] nach Zimbabwe ab.“ 1
_______________________
¹ ebd.,  S. 220.

Grammatikalische Veränderungen im Zitat, die durch das Einfügen des Zitats in den eigenen Satzbau vorgenommen werden (Satzstellung, abweichende Endungen, veränderte Groß- oder Kleinschreibung ...), werden durch eckige Klammern gekennzeichnet.

Kapuściński meint, der Kontinent sei „zu vielfältig und zu groß, als dass man ihn beschreiben könnte“¹. Er sieht Afrika als „eigene[n] Planet[en]“, als „vielfältige[n], reiche[n] Kosmos“².
_______________________
¹ Kapuściński, 2001, S. 5.
² ebd., S. 5.

Ergänzungen, die für das Verständnis des Zitates wichtig sind, werden in eckigen Klammern beigefügt.

„Beide Länder [England und Frankreich, Anm. d. Verf.] wurden von einem Fieber nationalistischer Euphorie erfasst. Anfangs wollte keine der beiden Seiten nachgeben.“¹
_______________________
¹ ebd., S. 177f.

Hervorhebungen im Originaltext (Fettdruck, Kursivschrift) müssen in Zitaten übernommen werden, Hervorhebungen durch die Verfasserin/den Verfasser der vorwissenschaftlichen Arbeit müssen durch den Zusatz (Hervorh. durch d. Verf.) gekennzeichnet sein.

„Die afrikanische Kultur ist eine Kultur des Austauschs. Du gibst mir etwas, und es ist meine Pflicht, mich dafür zu revanchieren. Nicht nur meine Pflicht. Das verlangt meine Würde, meine Ehre, mein Menschentum.¹
_______________________
¹ ebd., S. 177f., Hervorh. durch d. Verf.

Zeichensetzung und Rechtschreibung werden unverändert übernommen. Fehler im Zitat (nicht jedoch alte Rechtschreibung) werden durch ein [sic!] (lateinisch für „so!“) gekennzeichnet.

„Rechtschreibfeler [sic!] in Zitaten werden unverändert übernommen.“

Zitate in einer Fremdsprache werden in den Fließtext eingefügt und – außer bei englischen Zitaten – in einer Fußnote übersetzt.

Sekundärzitate, also Übernahmen von wörtlichen Zitaten aus einer anderen Arbeit, sollten vermieden werden. Kann jedoch ein Zitat nicht im Original überprüft werden (z.B. wenn ein Buch vergriffen ist), so ist nach dem Zitat der wörtlich übernommenen Passage noch „zit. n.“ (für „zitiert nach“) und das genaue Zitat zu ergänzen, woher man den Originalwortlaut übernommen hat.

Ad 2) Sinngemäße (indirekte) Zitate (Paraphrasierungen bzw. Zusammenfassungen)
Zitiertechnik:
Ein sinngemäßes Zitat weist keine Anführungszeichen auf, es wird im Quellenverweis durch ein „vgl.“ (für „vergleiche“) gekennzeichnet.

Kapuściński schreibt, dies sei kein Buch über Afrika, sondern über einige Menschen, denen er begegnet sei.
Wenn wir von Afrika sprächen, so sei dies notwendigerweise eine Vereinfachung der dort vorhandenen Vielfalt.¹
_______________________
¹ vgl. Kapuściński, 2001, S. 5.

Laut Kapuściński¹ ist das Sprechen über Afrika notwendigerweise eine Vereinfachung der dort vorhandenen Vielfalt.
_______________________
¹ vgl. Kapuściński, 2001, S. 5.


Zitate sind durch genaue Angabe der Literatur nachzuweisen

Dafür gibt es zwei Varianten:
1. Kurzbeleg in Fußnoten
2. Kurzbeleg im Text

Ad 1) Kurzbeleg in Fußnoten

Die Vollbelege der verwendeten Literatur sind im Literaturverzeichnis zu finden, z. B.:

Kapuściński, Ryzard: Afrikanisches Fieber. Erfahrungen aus vierzig Jahren.  München: Piper-Verlag, 2001.

In den Fußnoten reichen Kurzbelege mit der Angabe von AutorIn, Erscheinungsjahr, Seite, z. B.: 

Kapuściński, 2001, S. 129f.

Bei unmittelbar aufeinander folgenden Verweisen auf die gleiche Quelle kann ab der zweiten Nennung auch „ebd.“ (für „ebenda“) verwendet werden: ebd., S. 135.
Verweist ein Beleg auf zwei Seiten im Originaltext, so fügt man der Seitenzahl ein „f.“ (für „folgende“) an, bei mehr als zwei Seiten ein „ff.“ oder auch die genaue Seitenangabe (z. B.: S. 18–25).

Ad 2) Kurzbeleg im Text
Kurzbelege mit der Angabe von AutorIn, Erscheinungsjahr und Seite können auch innerhalb einer Klammer im Text stehen (Harvard-Zitierweise):

 (Kapuściński, 2001, S. 129f.)


Zitieren aus elektronischen Medien

Bei Webseiten sind Seitenangaben meist nicht möglich.

Kurzbeleg: Hubjer, 2012. Vollbeleg: Hujber, Wendelin: Zitieren in der Schule. 2012. www.wendelinsseiten.info/vom-zitieren [Zugriff: 23.07.2019].

Bei Filmen, Hörtexten oder Audiofiles gibt man nach „TC“ (Time Code) die genaue Zeitangabe an.²

Vollbeleg: Wagenhofer, Erwin: Let’s make money [DVD]. Wien: edition Filmladen, 2008, TC 5:49.

Kurzbeleg: Wagenhofer, 2008, TC 5:49.

Auch Abbildungs-, Kapitel- und Paragraphennummern sind als genaue Positionsangabe möglich.

Vollbeleg: Wahlster, Wolfgang: Sprachtechnologie im Alltag. Der Computer als Dialogpartner.  Saarbrücken: 1999. www.dfki.de/~wahlster/Alltag/Alltag.html [Zugriff: 15.11.2012].

Kurzbeleg: Wahlster, 1999, Fig. 2.

Passagen aus E-Books³ werden im Text mit sogenannten „Positionen” zitiert. Statt der Seitenzahl wird beim Zitieren die Position angegeben.

Da diese aber bei jedem Lesegerät anders und an bestimmter Stelle angezeigt werden, ist es wichtig, im Literaturverzeichnis anzugeben, welchen Reader man verwendet.

Lässt sich bei bestimmten Geräten keine Position oder dergleichen finden, so wird im Text bzw. in der Fußnote das Kapitel zitiert.

Zitieren ohne Position, sondern mit Kapitel

Vollbeleg: Bromfield, Louis: Mrs. Parkington. New York, NY: Harper & Brothers, 1943. Project Gutenberg Canada. Web. EPUB file. 29 Aug 2015, chapter XV.
Kurzbeleg: Bromfield: 1943, chapter XV.

Zitieren mit Positionen

Vollbeleg: Canfield, Dorothy: The Brimming Cup. New York: Hartcourt, Brace & co, 1919. Project Gutenberg. Web. MOBI file. 29  Aug. 2015, Pos. 337–343.
Kurzbeleg: Canfield: 1919, Pos. 337–343.

¹ Die Beispiele zeigen den Beleg als Fußnote.
² Hafner, R.: Zitiertechnik Filme. Beispiele für bibliographische Kurzbelege in den Fußnoten, für Standbilder und Filmausschnitte und für bibliographische Vollbelege im Literaturverzeichnis. www.erdmann_romanistik.uni-freiburg.de/zitiertechnik-film-hafner-ochsner-2011.pdf [Zugriff: 16.7.2019].
³ Manschetus, Uwe: Über das Zitieren von E-Books in wissenschaftlichen Arbeiten. http://wissenschafts-thurm.de/zitieren-von-e-books/ [Zugriff: 16.7.2019]