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Präsentationsmedien

Bei der Präsentation¹ der VWA sollen Visualisierungsmedien zum Einsatz kommen, die den Vortrag sinnvoll unterstützen (Beurteilungsraster).

Präsentationsmedien sollen bei den Zuhörerinnen und Zuhörern das Interesse wecken, das Verständnis sichern sowie helfen, die Botschaften zu verankern.

Darum sollte nicht einfach zu PowerPoint gegriffen, sondern überlegt werden:

  • Mit welchem Medium kann ich die Inhalte am besten transportieren – visualisieren, durch ein Hörbeispiel unterstützen?
  • Welches Medium ist mir am vertrautesten, am angenehmsten?
  • Welches Medium beherrsche ich am besten?

Die Auswahl des Mediums kann auch ein „Alleinstellungsmerkmal“ sein. Die Frage kann also auch lauten: Mit welchem Medium unterscheide ich mich von den vor mir und nach mir Präsentierenden und errege damit Aufmerksamkeit?

Generell aber gilt: Die Medien dürfen den Präsentierenden keinesfalls „die Show stehlen“.

Allgemeine Prinzipien

Was soll visualisiert werden? – Auswahl

Alles, was dem Verständnis des Publikums dient.

Dies sind beispielsweise:

  • zentrale Begriffe, Fachbegriffe,
  • Abfolgen, Entwicklungen,
  • Her- und Ableitungen, Zusammenhänge,
  • Zahlen (Mengen, Verhältnisse, Berechnungen usw.),
  • Modelle,
  • Bilder, Skizzen.

Wie soll visualisiert werden? – Gestaltungsprinzipien

Die Visualisierung soll das Zusehen und Zuhören erleichtern und angenehm machen:

  • K.I.S.S. – keep it straight and simple,
  • keine ganzen Sätze,
  • klare, logische Strukturierung,
  • bewusster Umgang mit Schriftarten, Schriftgrößen, Farben etc.,
  • „Weniger ist mehr“.

Als Hilfestellung werden im Folgenden allgemeine und spezielle Erfolgsfaktoren sowie mögliche Fehlerquellen der gebräuchlichsten Präsentationsmedien aufgelistet.
 

Präsentationsprogramme (z. B. PowerPoint)

Was für den Einsatz spricht:

Die Präsentation lässt sich gut vorbereiten, man hat umfangreiche Gestaltungsmöglichkeiten (vorgefertigte, einfach variierbare Dokumentdesigns; Masterfolien zum zentralen Entwurf) und kann Texte, Grafiken, Cliparts, Fotos, Diagramme, Tabellen, Audio- und Videodateien leicht integrieren.

Regeln²:

  • Inhalt einer Folie kann auf den ersten Blick aufgenommen werden,
  • keine Überfrachtung mit Zeilen oder Bildern – Faustregel 6 x 6 (sechs Zeilen à sechs Wörter),
  • nur Stichwörter, keine ausformulierten Sätze (diese nur in begründeten Ausnahmen, etwa zum Beleg, zum Nachweis) – Folien sind kein Lesemedium!
  • einheitliches Layout als optischer Rahmen (dient der Orientierung),
  • sparsamer Umgang mit Layoutvariationen, mit Farben, mit Animationen und Multimediainhalten,
  • höchstens zwei verschiedene Schriften pro Folie einsetzen – ein Wechsel muss einer erkennbaren, Absicht folgen! Faustregel: Text 24 pt, Überschriften größer,
  • sparsamer Einsatz der Font Styles „fett“, „kursiv“, „unterstreichen“,
  • Titelfolie einfallsreich gestalten; Titel, Name der Präsentatorin/des Präsentators, ggf. Datum,
  • Ausstiegsfolie in Einklang mit der Einstiegsfolie,
  • maximal eine Folie pro Minute.

Tipp: Die Verwendung einer Funkmaus erleichtert das Sprechen zum Publikum!
 

Flipchart³

Was für den Einsatz spricht:

Bei diesem Präsentationsmedium kann das Publikum am Entstehungsprozess teilhaben, Interaktion ist möglich. Die Präsentation wird „entschleunigt“. Das Medium ist zum Einsatz vor kleinem Publikum geeignet.

Regeln4:

  • Position des Flipcharts so auswählen, dass alle uneingeschränkte Sicht haben,
  • sich seitlich positionieren (die Präsentatorin/der Präsentator soll im Aufmerksamkeitszentrum stehen),
  • Titelchart vorbereiten, Möglichkeit der teilweisen unauffälligen Vor-Beschriftung,
  • Gliederungssignale – gezielter Einsatz von Gliederungspunkten, Schriftgrößen und Farben,
  • Beschriftung: Druckbuchstaben, Faustregel: Buchstabengröße nicht kleiner als der kleine Finger, maximal drei gut lesbare Farben benutzen,
  • kein Sprechen während des Schreibens,
  • zum Publikum und nicht zum Flipchart sprechen.

Dieselben Regeln gelten für das vorbereitete Plakat.
 

Pinnwand und Kärtchen5

Was für den Einsatz spricht:

Ähnlich wie beim Flipchart kann das Publikum an der Entwicklung eines Gedankens teilhaben, die Präsentation ist „entschleunigt“. Die Kärtchen sind einfach herzustellen, der technische Aufwand ist gering. Es handelt sich um die beste Form, wenn Inhalte gegenübergestellt werden sollen. Die Informationen bleiben im Blickfeld des Publikums.

Regeln:

  • Standort so auswählen, dass alle uneingeschränkte Sicht zur Pinnwand haben,
  • sich seitlich positionieren (die Präsentatorin/der Präsentator soll im Aufmerksamkeitszentrum stehen),
  • touch – turn – talk: anpinnen – umdrehen – sprechen,
  • maximal ein bis zwei Begriffe pro Karte,
  • Beschriftung: Druckbuchstaben, Faustregel: Buchstabengröße nicht kleiner als der kleine Finger,
  • Ober- bzw. Ordnungsbegriffe auf Sonderkarten,
  • Kärtchenfarben als Bedeutungsträger,
  • einheitliche Symbolik,
  • zum Publikum und nicht zur Pinnwand sprechen.
     

Digitale, interaktive Whiteboards (Smartboards)6

Was für den Einsatz spricht:

Auch bei der Verwendung dieses Mediums kann das Publikum die Entwicklung eines Gedankens mitverfolgen. Die Online-Bearbeitung von Texten, Zeichnungen, Grafiken etc. ist möglich.

Regeln:

  • Für alle vorbereiteten Folien gelten die Regeln zu „Präsentationsmedien“,
  • sich seitlich positionieren (die Präsentatorin/der Präsentator soll im Aufmerksamkeitszentrum stehen),
  • Ergänzungen leserlich schreiben, die Schriftgröße dem Abstand zum Publikum anpassen,
  • auf gute Strukturierung achten, Gliederungssignale – gezielter Einsatz von Gliederungspunkten, Schriftgrößen und Farben,
  • kein Sprechen während des Schreibens,
  • zum Publikum, nicht zum Whiteboard sprechen.

1 Empfohlene Literatur u. a. Sacher, Nicole: Die Präsentation: planen – visualisieren – durchführen. (Methodenkurs Sek. II.) Klett, 2010.;
Hofmeister, Ulrich/Penzinger, Elfriede/Treptow, Barbara: Medien in der Lehr-/Lernorgansisation. Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte und Institut für Geschichte der Universität Wien, 2007.  https://www.univie.ac.at/gonline/htdocs/site/browse.php?a=3001&arttyp=k [Zugriff: 19.7.2019]
2 Paradi Dave: Results of the 2017 Annoying PowerPoint survey. http://www.thinkoutsidetheslide.com/free-resources/latest-annoying-powerpoint-survey-results/ [Zugriff: 23.5.2019] .
3 Bethcke, Imke u.a. Präsentationsmedien. https://peerteaching2013.wordpress.com/flipchart/ [Zugriff: 16.7.2019].
4 Mai, Jochen/Warkentin Nils/Rassek, Anja/Wolking, Sebastian: Karrierebibel. http://karrierebibel.de/flipchart-praesentation-tipps/ [Zugriff: 19.7.2019].
5 Friedrich-Ebert-Stiftung (Hg.): Folie, Pinnwand, Chart & Punkt. Wege zu gelungener Präsentation und Moderation. Ein Trainingsbuch. http://library.fes.de/pdf-files/akademie/mup/06111.pdf [Zugriff: 19.7.2019].
6 Schlieszeit, Jürgen: Das Portal für interaktive Whiteboards und Medien. Basisinformationen – was ist ein interaktives Whiteboard? http://www.myboard.de/board-infos [Zugriff: 19.7.2019].