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Connecting & Contracting

Der Prozess der Erstellung einer VWA wird von einem/r Lehrenden vom Beginn der 7. Klasse an bis zur Präsentation und Diskussion der Arbeit im 2. Semester der 8. Klasse begleitet und betreut. Dies bringt mit sich, dass sowohl Schüler/innen als auch Lehrende in einer „neuen“ Lern- und Lehrbeziehung miteinander arbeiten.

Der Erfolg des Projektstarts, die Zufriedenheit von Betreuungspersonen und Schülerinnen und Schülern im Prozessverlauf sowie ein positiv erlebter Abschluss des VWA-Projekts hängen in hohem Maße davon ab, wie die fast zweijährige Zusammenarbeit von Beginn an gestaltet wird. Viele wichtige Punkte und Aspekte, die diese Beziehung betreffen und maßgeblich beeinflussen, können in einem gesonderten Gespräch zwischen Betreuungsperson und Schüler/in diskutiert, geklärt und vereinbart werden.

Im Folgenden werden inhaltlich, strukturell und formal wichtige Punkte und Fragen aufgelistet, die dabei zwischen Betreuungspersonen und Kandidatinn/Kandidaten besprochen werden sollten, und gleichzeitig wird deren Relevanz erklärt.

Anmerkung: Bevor sich Betreuer/in und Schüler/in zu diesem Gespräch treffen, kann seitens der Betreuungsperson vorgeschlagen werden, das Erstgespräch beiderseits sinnvoll vorzubereiten. Dafür kann seitens der Betreuungsperson eine Auswahl an nachstehenden Fragen an die Schülerin/den Schüler kommuniziert werden, damit eine inhaltliche Vorbereitung möglich wird.
 

Zusammenarbeit Lehrkraft - Schüler/in
I. Themen in Bezug auf die qualitative Zusammenarbeit zwischen Betreuer/in und Schüler/in
 Gemeinsam zu erörternde FragenRelevanz der Thematik
Erklärung des Ablauf des Betreuungsgesprächs 
  • Welche Themen müssen von Seiten der Betreuungsperson unbedingt besprochen und abgeklärt werden?
  • Welche von Seiten der Schülerin/des Schülers?
 
 
  • Zu Beginn des ersten Gesprächs zwischen Betreuer/in und Schüler/in sollte seitens der Betreuungsperson erklärt werden, welche Punkte besprochen werden sollen, damit sich auch der/die Schüler/in darauf einstellen kann. 
  • Eine Nachfrage, ob weitere Themen angesprochen werden sollen, gibt den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, dieses Gespräch aktiv mitzugestalten. 
  • Die anzusprechenden Themen können schon vor dem ersten Gespräch kommuniziert und vereinbart werden.
 
Festlegung der Betreuungstermine 
  • Wie wollen wir die Terminvereinbarung gestalten? 
  • Wie oft wollen wir uns – aus heutiger Sicht – treffen? 
  • Wollen wir diese Betreuungstermine fix im Vorhinein vereinbaren, um dafür genügend Zeit zu haben? 
  • Sind Zusatztermine grundsätzlich denkbar und möglich?
 
 
  • Es kann von Bedeutung sein, die Frequenz der Termine festzulegen, um Verbindlichkeit in der Zusammenarbeit herzustellen.
  • Die Ernsthaftigkeit der Arbeitsweise wird damit beiderseits unterstrichen.
  • Klare Vorstellungen über den Betreuungsrhythmus schaffen Vertrauen und Sicherheit in Bezug auf den Arbeitsprozess.
 
Gestaltung der Beratungsgespräche 
  • Wie sollen die Beratungs- und Betreuungsgespräche gestaltet werden?
  • Wie lange sollen diese Besprechungen jeweils ausfallen? 
  • Was halten wir in Bezug darauf für passend und sinnvoll? 
  • Wie passt es für uns beide?
 
 
  • Der Austausch über Vorstellungen bzgl. der notwendigen Betreuungsgespräche klärt die Erwartungen und macht es notwendig, sich konkreter mit diesen auseinanderzusetzen. 
  • Ein Gespräch darüber macht auch deutlich, welche Aspekte beiderseits noch nicht genau überlegt wurden.
 
Vorbereitungen auf die Betreuungsgespräche 
  • Wie wollen wir uns auf die Betreuungsgespräche vorbereiten?
  • Was muss ich als Betreuer/in wissen, um mich auf das Betreuungsgespräch vorbereiten zu können?
  • Was muss ich als Schüler/in wissen, um mich auf das Betreuungsgespräch vorbereiten zu können? 
  • Wann treffen wir Vereinbarungen, was beim nächsten Betreuungsgespräch besprochen wird bzw. was vorbereitet oder mitgebracht werden soll?
 
 
  • Klare Vereinbarungen, was bis zum nächsten Termin zu erledigen bzw. vorzubereiten ist, strukturieren den Arbeitsprozess des Schülers/der Schülerin als auch die unterstützenden Maßnahmen des/der Lehrenden. 
  • Wenn bestimmte Aufgaben und Herausforderungen sinnvoll besprochen werden (sollen), müssen Betreuungsperson und Schüler/in im Vorhinein darüber Bescheid wissen.
  • Es wird nicht nur das „große Ganze“ (= die fertige VWA) gesehen, sondern es werden Teilziele formuliert, die als Meilensteine Schritt für Schritt erreicht werden können. Das steigert die Motivation im Arbeitsprozess.
 
Kommunikation zwischen den Beratungsgesprächen 
  • Wie halten wir es mit der Kommunikation zwischen den Betreuungsgesprächen? 
  • Was ist mir persönlich angenehm (Kommunikation per E-Mail, Telefon oder nur persönlich in der Schule)? 
  • Welche Art der Kommunikation kommt uns beiden entgegen? Womit fühlen wir uns wohl?
  • Wie übermittle ich als Schüler/in schriftliche Zwischenergebnisse? 
  • Wie gebe ich als Betreuerin Rückmeldung?
  • In welchem zeitlichen Abstand ist meine Rückmeldung zu erwarten? 
 

Die Klärung der Kommunikationsbedürfnisse 

  • beugt „Überraschungen“ vor und verhindert, dass etwas „sofort“ und unerwartet erledigt werden soll,
  • gibt den Beteiligten die Möglichkeit, zu deklarieren, wie man arbeiten möchte, und 
  • verhindert unter Umständen Missverständnisse.
 
Einhaltung von Vereinbarungen 
  • Wie steht es mit der Einhaltung von Vereinbarungen? 
  • Welche Erwartungen habe ich als Betreuer/in hinsichtlich der Information über erfolgte Zwischenschritte, um den Arbeitsprozess nachvollziehen zu können?
  • Was hilft mir als Schüler/in, Vereinbarungen einzuhalten?
 
 
  • Das Ansprechen dieses Themas bringt mit sich, dass Erwartungen geklärt werden und mehr Verbindlichkeit auf beiden Seiten hergestellt wird.
  • Relevant ist es hierbei, auf die „Selbstkompetenz“ der Schülerin/des Schülers im Rahmen des VWA-Projektes hinzuweisen, die gezeigt und beurteilt werden soll (vgl. Beurteilungsleitfaden!).
 
Klärung der Rechte und Pflichten, Verantwortlichkeiten von Betreuungspersonen und Schülerinnen und Schülern 
  • Welche Aufgaben habe ich als VWA-Betreuer/in?
  • Was muss/kann/darf/will ich als Betreuer/in tun? 
  • Welche Aufgaben habe ich als Schüler/in im Rahmen des VWA-Projekts? 
  • Was muss/kann/darf/will ich als Schüler/in tun?
  • Welche Rechte und Pflichten haben wir jeweils?
 
 
  • Transparenz über die jeweilige Rolle im VWA-Betreuungsprozess schafft Klarheit darüber, was erwartet werden kann und was nicht.
  • Das Besprechen der jeweils relevanten Aufgaben stärkt die eigene Identität und Rolle in der VWA-Lehr- und Lernbeziehung.
 
Klärung der persönlichen Erwartungshaltung 
  • Was erwarte ich mir als Betreuer/in von den zu betreuenden Schülerinnen und Schülern?
  • Was erwarte ich mir als Schüler/in von meiner Betreuungsperson?
 
 
  • Die Offenlegung von Vorstellungen hinsichtlich des Betreuungs-Verhältnisses …
  • macht sichtbar, ob es überhaupt konkrete Erwartungshaltungen gibt bzw.
  • wie diese ggf. aussehen und
  • ob diese seitens der Betreuungsperson und der Schülerin/des Schülers stark voneinander abweichen.
 
Vereinbarung nächster Betreuungs-/ Besprechungstermin 
  • Wann treffen wir uns das nächste Mal? 
  • Was wollen wir da voraussichtlich tun? 
  • Wer bereitet dafür was genau vor? 
  • Welche Schritte sind bis zum nächsten Treffen realistischer-weise möglich? 
 
 
  • Klärung des nächsten Schrittes ist wichtig, um die Motivation aufrechtzuerhalten und an das erste Betreuungsgespräch Sinn stiftend anzuknüpfen.
 
II. Inhaltliche und projektbezogene Themen
 Gemeinsam zu erörternde FragenRelevanz der Thematik
Eingereichtes Thema & Projektidee 
  • Um welchen Aspekt eines Themas soll es in der VWA gehen? Was ist von Interesse?
    Seitens der Schülerin/des Schülers:
  • Welches Thema oder Themenfeld interessiert mich als Schüler/in? 
  • Wie bin ich auf mein Thema gekommen? 
  • Was hat mich veranlasst, mich für dieses Thema zu entscheiden? 
  • Gab es einen Anlass? Wer hat mich auf die Idee gebracht?
  • Welche Leitfrage interessiert mich dabei genau? Wie könnte die Frage lauten?
  • Wie kann ich meine Fragestellung beantworten? Wie will ich vorgehen?
  • Was muss ich dafür tun? (Welche Handlungen muss ich setzen?)
 
 
  • Das Thema und die Leitfragen, die im Rahmen der VWA beantwortet werden sollen, sind für Schüler/innen wichtig und identitätsstiftend, weil selbst gewählt.
  • Die Geschichte der Themenwahl gibt Aufschluss über den Kern des Schülerinteresses. Es kann in der Folge besser darauf eingegangen werden.
 
Erwartungshorizont als erster Meilenstein  
  • Was weiß ich als Schüler/in über die Erstellung des Erwartungshorizonts? 
  • Wissen wir Bescheid über den Aufbau des Erwartungshorizonts, die Abgabefristen und den Gebrauch und Nutzen der VWA-Genehmigungsdatenbank?
  • Welchen Zeitplan vereinbaren wir für das erste Semester der 7. Klasse, um es der Schülerin/dem Schüler zu ermöglichen, den Erwartungshorizont rechtzeitig und vollständig einreichen zu können?
 
 
  • Die ernsthafte Diskussion und Vorbereitung des Erwartungs-horizonts bilden die Grundlage für ein zeitlich gut geplantes VWA-Projekt.
  • Die Umsetzung des VWA-Projekts wird dadurch erleichtert und bereits in der 7. Klasse auf den Weg gebracht.
  • Es entsteht eine inhaltlich und zeitlich durchdachte Arbeits-struktur.
  • Der kausale Zusammenhang zwischen Themafragestellung, Arbeitsweisen und Gliederung wird offensichtlich und transparent.
 
Informationsquellen zur VWA besprechen 
  • Was weiß ich als Schüler/in über die wichtigen Informationsportale zur VWA?
  • Inwiefern sind Betreuer/in und Schüler/in über die Inhalte der offiziellen Websiten www.ahs-vwa.at/lehrpersonen und www.ahs-vwa.at/schueler vertraut?
  • Wie können vorhandene Ressourcen am Schulstandort oder außerhalb der Schule (z. B. Bibliotheken) genutzt werden?
 
 
  • Ein gemeinsames Sichten der Ressourcen zur VWA von Betreuer/in und Schüler/in macht diese projektrelevant.
  • Diese Relevanz kann konkret besprochen werden, damit die Hemmschwelle fällt, die vorhandenen Ressourcen in Zukunft selbständig zu verwenden.
 
Unverbindliche Übung (am Schulstandort) 
  • Welche Themen wurden in der Unverbindlichen Übung zum vorwissenschaftlichen Arbeiten am Schulstandort bereits besprochen?
  • Wie viel dieser Informationen ist für die von mir betreuten  Schüler/innen abrufbar und VWA-relevant? 
 
 
  • Für Betreuungspersonen ist es wichtig, zu erfahren, auf welches Wissen die Schüler/innen zurückgreifen können und welche Kompetenzen hier bereits aufgebaut wurden.
 
Beurteilungsleitfaden besprechen 
  • Inwieweit ist der Beurteilungsleitfaden für uns ab dem Erstgespräch relevant? Was ist wichtig daran?
  • Wie genau wissen wir über den Beurteilungsleitfaden zur VWA und die dort beschriebenen Kompetenzen Bescheid?
 
 
  • Der Beurteilungsleitfaden ist Grundlage für die Beurteilung des VWA-Prozesses.
  • Transparenz hinsichtlich der zu zeigenden Kompetenzen ist für Schüler/innen und Betreuende von höchster Relevanz.
  • Im Laufe des Gesprächs sollte klar werden, dass nicht nur die schriftliche Arbeit für die Beurteilung zählt, sondern auch die Qualität des Arbeitsprozesses.
 
Betreuungs- und Begleitprotokoll 
  • Warum sind diese Protokolle so wichtig?
  • Wie wollen wir es mit der Erstellung des Betreuungs- und Begleitprotokolls halten?
  • In welcher Form erstellen wir diese abgestimmt aufeinander?
  • Was tragen wir dort alles ein?
  • Was schreiben wir, als Abschluss des Erstbetreuungsgesprächs, in das Protokoll?
 
 
  • Rechtliche Vorgaben zur Erstellung der Protokolle sollten den Schülerinnen und Schülern bekannt sein.
  • Es sollte ein gemeinsames Verständnis darüber hergestellt werden, dass sowohl das Begleit- als auch das Betreuungsprotokoll als rechtliche Absicherung für Betreuungspersonen und Schüler/innen dienen.
  • Protokolle machen den Projektverlauf nachvollziehbar – im Eigeninteresse aller Beteiligten.