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Methode: Leitfadengestütztes Interview

Das Interview ist eine mündliche Befragung in Form eines Gesprächs. Die/der Interviewer/in stellt Fragen, und die interviewte Person spricht über ihre Erfahrungen und ihre Sichtweise zu einem bestimmten Thema.1 Im Gegensatz zu einem Fragebogen, in dem sowohl die Fragen als auch die Antwortkategorien vorgegeben sind, werden bei einem Interview die Antworten frei gegeben, da ausschließlich offene Fragen gestellt werden.

Wofür werden Interviews eingesetzt?

Interviews werden eingesetzt, um herauszufinden, was Menschen über ein bestimmtes Thema denken (welche Erfahrungen, Konzepte, Deutungsmuster lassen sich finden) oder um Lebensentwürfe, Orientierungen, Normen, etc. zu untersuchen.

Wann ist es sinnvoll, ein Interview durchzuführen?

Jedes methodische Vorgehen im Rahmen der Erstellung der VWA dient ausschließlich dazu, die Fragestellung bzw. die aus ihr abgeleiteten Leitfragen zu beantworten.

Ob ein Interview die „richtige“ oder adäquate Methode ist, hängt also von der Fragestellung ab.2 Ist man an der „Innenperspektive“ von Betroffenen oder der „Fachmeinung“ von Expert/inn/en interessiert, bietet sich das Interview an. So kann man mehr über individuelle Sichtweisen, persönliche Erfahrungen, Meinungen, Motive und Expertisen der Interviewpartner/innen erfahren. Will man hingegen etwas über das tatsächliche Verhalten und Handeln von anderen erforschen, ist es naheliegend, eine Beobachtung durchzuführen).

Das Interview ist nur dann sinnvoll, wenn

  • die notwendigen Informationen für die Beantwortung der Frage in der Literatur lückenhaft/unvollständig sind und man sie daher um eine neue Perspektive/einen neuen Aspekt ergänzen möchte,
  • allgemein/ abstrakt vorhanden sind und man diese um spezifischere/genauere Informationen ergänzen möchte,
  • auf theoretischer Ebene vorhanden sind und man an Handlungen Umsetzung, Einstellungen und Einschätzungen von Fachexpert/inn/en in der Praxis interessiert ist,
  • so komplex sind, dass man auf die Einschätzung von Expert/inn/en zurückgreifen muss:
  • vorhanden sind, man diese allerdings hinterfragen möchte.

Ein Interview ist sinnlos, wenn

  • es NICHT zur Beantwortung der Frage dient (auch wenn es zum Thema passt).
  • Dinge erfragt werden, die in der Literatur gut abgebildet sind (Zum Beispiel ein Expert/inn/eninterview mit einer medizinischen Fachkraft - Arzt/Ärztin, Physiotherapeut/in, etc… - zu einem bestimmten Krankheitsbild).

Was ist ein Leitfadeninterview?

Leitfadeninterview ist ein Sammelbegriff für halbstandardisierte Interviewarten, die eingesetzt werden, um die Sichtweisen von Personen zu vergleichen.3 Daher sollte bereits zu Beginn relevante Bereiche des Themas (aus Theorien, anderen Studien, aber auch Alltagswissen) bekannt sein. Diese Bereiche werden Themenaspekte genannt. So könnten bspw. für das Thema „Schülervertretung“ zu Beginn die Themenaspekte Kandidatur zur Schülervertretung/Werdegang, Themen und Tätigkeiten von Schülervertretungen, Herausforderungen für die Arbeit von Schülervertretungen, etc. herausgearbeitet werden.

Wie werden Leitfadeninterviews durchgeführt?

Zu jedem Themenaspekt werden Fragen formuliert und in einem Interviewleitfaden festgehalten.

Dieser dient als Orientierung für das Interview. Dabei ist es wichtig, flexibel mit dem Leitfaden umzugehen. Während des Interviews können Fragen gegebenenfalls umformuliert, ergänzt oder umgestellt werden. Allerdings müssen in allen Interviews auch alle Fragen gestellt werden. Dadurch werden bei allen Interviews dieselben Themenaspekte behandelt und die Interviews vergleichbar. Es gibt auch die Möglichkeit Ad-hoc-Fragen zu stellen, d.h. spontan nachzufragen, wenn spezifische Inhalte angesprochen werden, die nicht Teil des Leitfadens, aber für das Thema relevant sind. Die Führung von Leitfadeninterviews erfordert daher hohe Konzentration bei den InterviewerInnen.

Unabhängig vom Thema erfordert die Durchführung eines Leitfadeninterviews folgende Schritte:

  1. Erstellung eines Leitfadens für das Interview
  2. Durchführung des Interviews 
  3. Analyse der Interviews
  4. Einbau des Interviews in die VWA

 

1. Erstellung eines Leitfadens für das Interview

Der Leitfaden besteht aus einer Einleitung, offen formulierten Fragen und einem Beiblatt, in dem nach dem Interview Wichtiges (Ort, Zeit, Personen, Raum, etc.) festgehalten wird. Der Leitfadenaufbau ist systematisch und folgt dem Prinzip „vom Allgemeinen zum Spezifischen“.

Formulierung von Fragen

Allgemein gilt für die Formulierung der Fragen:

  • Die Fragen müssen offen formuliert werden. Sie dürfen keinen Hinweis auf die Art der Beantwortung oder gar Antwortvorgaben beinhalten. Sie werden in einer einfachen, klaren Sprache formuliert und an die Ausdrucksweise der Interviewten angepasst.

Folgende Fragen dürfen in Leitfadeninterviews nicht gestellt werden:

  • Geschlossene bzw. Aufzählungsfragen, Suggestivfragen, zu starke Wertungen, ritualisierte Alltagsfragen („Wie zufrieden bist du mit..“) und zu persönliche Fragen.

Aufbau eines Leitfadens

Ein ausgewogener Leitfaden umfasst etwa fünf bis sieben Aspekte des Themas, die jeweils ein bis zwei offene Fragen beinhalten. Insgesamt sollten nicht weniger als zwölf und nicht mehr als 15 wichtige, inhaltlich sehr unterschiedliche Fragen zu sehr verschiedenen Seiten des Themas/ Gegenstandes gestellt werden. Hilfreich kann es sein, gegensätzliche Fragen auszuwählen („Was ist positiv …?“, „Was ist … negativ?“,  „Wie war es früher …?“, „Wie ist es heute?“

Die Fragen werden schriftlich festgehalten. Die/der Interviewer/in sollte die Fragen allerdings im Kopf haben, um im Interview freier sprechen und konzentriert zuhören zu können.

Eigentlicher Aufbau

  • Einleitende Frage(n): Der Leitfaden beginnt mit einer erzählgenerativen Frage (einfache, zum Beschreiben und Erzählen einladende Frage): Diese führt die interviewte Person zum Thema hin und dient zum „Aufwärmen“. Erzählgenerative Fragen können die Qualität der entstehenden Daten sehr positiv und, wenn sie misslungen sind, sehr negativ beeinflussen und sollten daher sorgfältig ausgewählt werden.
  • Hauptfragen:
  • Von einfachen/leichten zu komplexen Fragen: Zu Beginn werden einfachere Fragen wie Beschreibungen und Bewertungen unproblematischer Sachverhalte gestellt, welche die/der Befragte kennt. Komplexere Fragen (Fragen nach moralisch oder sonst wie heiklen Aspekten, Fragen nach Möglichkeiten und Alternativen) folgen gegen Ende des Interviews.
  • Ad-hoc-Fragen: Diese sind nicht geplant und werden spontan im Laufe des Interviews gestellt (z.B. „Kannst du mir das näher erklären?“), wenn neue Aspekte eines Themas auftauchen oder um bei Unklarheiten nachzufragen.
  • Abschlussfrage: Jedes Interview sollte mit einer Abschlussfrage beendet werden. Dadurch weiß die/der Befragte, dass das Interview damit beendet ist („Meine letzte Frage lautet: Was möchtest du noch zum Thema xy sagen, was wir bisher noch nicht angesprochen haben?“).
  • Demographische Daten: Wenn diese nötig sind, werden diese am Schluss der Befragung abgefragt („Nun habe ich nur noch ein paar Fragen zur Statistik.“).
  • Beiblatt für Rahmenbedingungen: Nach dem Interview werden hier kurz die interviewte Person und die Situation beschrieben und Kommentare und Vermutungen schriftlich festgehalten.

Der Interviewleitfaden sollte in einem Probeinterview ausprobiert und entsprechend der Erfahrungen verändert und angepasst werden.

 

2. Durchführung eines Leitfadeninterviews

Qualitative Stichprobe festlegen und Interviewpartner/innen suchen

Je nach Thema und Forschungsinteresse werden mögliche Interviewpartner/innen ausgewählt und Kontakt zu den Personen aufgenommen.

In der Wissenschaft haben sich für mittelgroße Forschungsprojekte 12 bis 15 Interviews als ausreichend herausgestellt – ab dann führen weitere Interviews kaum mehr zu neuen Erkenntnissen (Der Fachbegriff dazu ist theoretische Sättigung).

So viele Interviews werden für die VWA nicht zu leisten sein. Da es sich bei der vorwissenschaftlichen Arbeit nicht um eine wissenschaftliche Arbeit im eigentlichen Sinn handelt, ist hier auch keine wissenschaftlich relevante Stichprobe nötig. Wenn die Interviewstudie möglichst unterschiedliche Personen beinhaltet, können aus strukturierter und fundierter Auseinandersetzung mit den Aussagen aus drei bis vier Interviews wertvolle Erkenntnisse gewonnen werden.

Vorbereitung des Interviews

Überlegungen hinsichtlich Räumlichkeiten, Aufnahme des Interviews und inhaltliche Vorbereitungen müssen vorab getroffen werden.

Bei der Kontaktaufnahme per Email oder mündlich sollte den potentiellen Interviewpartnern neben Informationen über die eigene Person auch kurz der Kontext der VWA erläutert werden und auf die Dauer des Interviews hingewiesen werden.

Auf Wunsch können die Fragen auch vorab zur Ansicht geschickt werden.

Der Ort ist mit Bedacht zu wählen. Der/die Befragte sollte sich wohlfühlen können, das ganze Interview nicht gestört werden. Nur dann wird er/sie sich offen äußern.

Welcher technischen Geräte man sich auch bedient: Vor dem Interview noch einmal die Funktionstüchtigkeit und den Akku prüfen!

Gesprächsführung

Die interviewten Personen werden sich bemühen, ausführlich und aufrichtig zu antworten, wenn sie bemerken, dass die Atmosphäre freundlich ist, sie Vertrauen haben können und ihre Mitteilungen wertgeschätzt werden.  Die Durchführung eines Interviews verlangt daher v.a. hohe Konzentration und aktives Zuhören. Die interviewende Person gibt keine Bewertung, Beurteilung oder Kommentar über das Gesagte.

Das Interview beginnt mit einer Einleitung. Diese sollte die Vorstellung der Person, die Art der Untersuchung, Zusicherung der Anonymität (Vertraulichkeit) und Konsequenzlosigkeit der Angaben und Auskunft darüber, wie mit den Daten verfahren wird, beinhalten.

Die Einleitung benennt deutlich das Thema und führt dadurch hin zur ersten Frage, die zum Erzählen anregen soll. Im Gesprächsverlauf sollten die Interviewten frei sprechen können und nicht unterbrochen werden. Wenn etwas unklar ist, kann nachgefragt werden. Der/die Interviewer/in bewertet und kommentiert nicht.

Die Reihenfolge der Fragen kann je nach Interviewsituation verändert werden.

 

3. Analyse qualitativer Leitfadeninterviews

Allgemeines Ziel der Analyse qualitativer Daten ist es, die Bedeutung der Materialien zu verstehen.

Vorbereitung des Datenmaterials – Transkription

Für die Analyse der Daten werden die Aufnahmen transkribiert (schriftlich festgehalten). Dafür muss entschieden werden, ob eine vollständige oder eine selektive Transkription durchgeführt wird.4 Die selektive Transkription stellt allerdings bereits eine Interpretation des Materials dar. Die Passagen sollten entsprechend sorgfältig ausgewählt werden.

Inhaltsanalyse

Ziel der Inhaltsanalyse ist die Erfassung von Themenaspekten unter ausgewählten Perspektiven. Die inhaltlich-strukturierende Inhaltsanalyse eignet sich daher zum Vergleich von Texten bzw. Interviewaussagen. Sie erfasst unterschiedliche Inhalte nach Themenaspekten, die Textdaten werden systematisch kategorisiert und zusammengefasst werden. Leitfadengestützte Interviews können wie folgt analysiert werden:5

  1. Kategorien auf Basis des Leitfadens erstellen und in das Kategoriensystem einfügen.

Zu Beginn wird ein Kategoriensystem erstellt (siehe Tabelle). Eine Kategorie ist eine möglichst kurze Beschreibung des Textinhalts, falls möglich nur ein Begriff. Für die Analyse werden dazu aus den Themenaspekten und Fragen des Leitfadens Kategorien und Unterkategorien gebildet. Später werden auf Basis der Analyse Beschreibungen, Ankerbeispiele (besonders aussagekräftige Interviewpassagen) und Belegstellen für gefundene Textstellen (z.B. Zeilennummern und Interviewnummer) eingefügt. 

Hauptkategorie

Ausprägung/
Unterkategorie

Definition/
Beschreibung

Ankerbeispiel

Belegstelle

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Relevante Interviewpassagen auswählen und kennzeichnenbzw.bei selektiver Transkription transkribieren. - Die Interviewpassagen in Bedeutungseinheiten unterteilen.  Eine Bedeutungseinheit kann bspw. eine Frage des Leitfadens sein oder aber auch ein Teil einer Antwort, wenn diese mehr Bedeutungen beinhaltet. - Die Bedeutungseinheiten paraphrasieren. D.h. die Aussagen werden in möglichst kurze Sätze übertragen, die eine neutrale, gemeinsame Sprache haben. Dadurch werden die Inhalte einerseits reduziert und zum anderen vergleichbar.

  • Die Paraphrasen werden den Kategorien des Kategoriensystems zugeordnet (deduktives Kategorisieren). Ist dies nicht möglich, wird eine neue Kategorie erstellt und in das System integriert (induktives Kategorisieren).
  • Anschließend wird zu jeder (Unter)Kategorie eine Kernaussage (=Beschreibung) formuliert. (Hier kann es hilfreich sein, die Originaltextstellen an die Kernaussage anzuhängen, damit diese während der weiteren Analyse zur Verfügung stehen).
  • Die Kategorien werden nochmals überprüft: Ist das Kategoriensystem valide, d.h. konnte das gesamte Datenmaterial in das Kategoriensystem eingeordnet werden? Ist das Kategoriensystem disjunkt, d.h. gibt es eine klare Trennung zwischen den Kategorien oder überschneiden sich Inhalte? Falls nicht, neue Kategorien einführen und/oder (Unter-)Kategorien zusammenfassen.
  • Das Kategoriensystem wird so angeordnet, dass zwischen allen Kategorien ein Gesamtzusammenhang konstruiert wird. Dazu eine zentrale Schlüsselkategorie auswählen, um die alle anderen Kategorien herumgruppiert werden (z.B. nach Rahmenbedingungen, Ursachen, Folgen, Handlungsstrategien von Personen).  Diesen Gesamtzusammenhang in einer einheitlichen Sprache ausformulieren – dies bildet die gefundene Struktur des untersuchten Sachverhalts und den Kern der Analyse.
  • DerErgebnisbericht wird abschließend entlang des formulierten Gesamtzusammenhangs ausgearbeitet. Dabei können Hauptkategorien als Kapitelüberschriften verwendet werden, die Beschreibungen als Fließtext, die Ankerbeispiele als Zitate und die Belegstellen als Anhaltspunkt für die Analyse.

 

4. Einbau eines Interviews in die VWA

Wie und wo muss das Interview in der VWA eingebaut sein?

Die verwendete empirische Forschungsmethode muss im Hauptteil der Arbeit vorgestellt werden.

Im Anschluss werden der konkrete Forschungsprozess beschrieben und die Daten ausgewertet, interpretiert und analysiert. Dies ist wichtig, da die Nachvollziehbarkeit und das systematische Vorgehen Grundprinzipien der Wissenschaft sind.6

Die Kapitel Methode und Ergebnispräsentation/ Ergebnisanalyse sind als eigenständige Kapitel oder Unterkapitel im Hauptteil anzuführen.  Konkret kann das im Aufbau der VWA wie folgt aussehen:

  • Methode Interview
    • Beschreibung der verwendeten Methode und der Vorgehensweise (Forschungsprozess/ Datengewinnung) durch Beantwortung folgender oder ähnlicher Fragen: Wer hat die Interviews durchgeführt? Wo und wann wurden die Interviews durchgeführt? Wie wurden die Interviewpartner/innen ausgewählt? Wie viele Interviews wurden geführt? Wie sind diese verlaufen und wie wurden sie festgehalten?
    • Darstellung des Leitfadens und der (theoretischen) Überlegungen, weshalb die konkreten Fragen beziehungsweise Kategorien ausgewählt wurden.
       
  • Ergebnispräsentation/ Ergebnisanalyse
    • Beschreibung des Prozesses der Datenaufarbeitung/ Datenanalyse. Wie wurden die Daten strukturiert, kategorisiert und geordnet?
    • Beschreibung der zentralen Aussagen aus den Interviews mit wörtlichen Zitaten aus den Transkripten und Protokollen als Beleg.

1 W., Schreier, M. & Echterhoff, G.:  Forschungsmethoden in Psychologie und Sozialwissenschaften für Bachelor. 2. Auflage.Berlin, Heidelberg: Springer, 2013, S. 224.

2 Mayring, Philipp: Qualitative Inhaltsanalyse. Grundlagen und Techniken. 11.,aktualisierte und überarbeitete Aufl., Weinheim und Basel: Beltz, 2010. S.17 ff.

3 vgl. Hussy et al., 2013, S. 225.

4 Hussy et al., 2013, S. 246.

5 vgl. Mayring, P.:Qualitative Inhaltsanalyse. Grundlagen und Techniken. 11. Auflage. Weinheim, Basel: Beltz, 2002.  Schreier, Margrit: Varianten qualitativer Inhaltsanalyse: Ein Wegweiser im Dickicht der Begrifflichkeiten.2013.  [59 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 15(1), Art. 18,
http://www.qualitative-research.net/index.php/fqs/article/view/2043/3636 [Zugriff:23.3.2017]

6 Gläser, Jochen/Laudel, Grit: Experteninterviews und qualitative Inhaltsanalyse. 4. Aufl., Wiesbaden: Springer Fachmedien.2010. S.30.