Schreibprozess betreuen

In den Schreibphasen beraten Betreuungspersonen bei Aufbau, Struktur und inhaltlicher Schwerpunktsetzung und sie beobachten die anstehenden Arbeitsschritte im Schreibprozess. Lehrer/innen geben Feedback zu den Textqualitäten (Gliederung, roter Faden, Stil) und sie verweisen auf formale Anforderungen.

Titelblatt 

Abstract
 
  • Umfang: 1000 bis 1500 Zeichen (incl. Leerzeichen)
  • in deutscher oder englischer Sprache
 

(optional: Vorwort)
 
  • Danksagungen für Unterstützung, Widmung
  • endet mit Ort, Datum und Namen der Verfasserin/des Verfassers
  • in einer VWA unüblich
  • zählt nicht zur Zeichenzahl
 

Inhaltsverzeichnis
 
  • beinhaltet alle folgenden Gliederungsteile
  • zählt nicht zur Zeichenzahl
 

Einleitendes Kapitel
 
  • Hinleitung zu Thema und Leitfragen
  • Erstinformation zu Vorgangsweise bzw. Aufbau der Arbeit
 

Hauptteil
 
  • Darstellung der methodischen Vorgangsweise
  • Themenabhängige Kapitel – Bearbeitung aller Informationen, Quellen, Daten etc. zur Beantwortung der Leitfragen
 

Schlusskapitel/Fazit
 
  • Zusammenfassung der Ergebnisse und Erkenntnisse
  • Schlussfolgerungen, weiterführende Fragen/Ausblick
  • Schlussreflexion
 


Literaturverzeichnis
ggf. Abbildungs-, Abkürzungsverzeichnis

 
  • Literaturverzeichnis: alphabetische Auflistung aller Quellen (Bücher, Zeitschriften, Internetseiten…)
  • zählt nicht zur Zeichenzahl
 

ggf. Anhang, Glossar
 
  • Anhänge: Materialien, die nicht direkt in den Text eingefügt werden, etwa Zeittafeln, Transkripte von Interviews
  • zählt nicht zur Zeichenzahl
 


(Optional: Selbstständigkeits-
Erklärung)

 
  • zählt nicht zur Zeichenzahl
 

Hier finden Sie die Vorlage eines Titelblatts zur VWA in Microsoft Word zum Download.

Ein Abstract hat die Funktion, einen längeren (wissenschaftlichen) Text kurz und dabei eindeutig zu beschreiben.  Es bündelt alle wichtigen Informationen über den zugrundeliegenden Text.

Das Abstract im Wissenschaftsbetrieb

Im Wissenschaftsbetrieb dient ein Abstract als Entscheidungshilfe. Wissenschaftler/innen überlegen sich anhand des Abstracts, ob sie einen Text lesen oder nicht. Manchmal dient das Abstract auch als Kaufhilfe: Es gibt wissenschaftliche Publikationen, die nur online veröffentlicht werden und gegen Bezahlung als Ganzes abrufbar sind. In solchen Fällen entscheiden Wissenschaftler/innen auf Grundlage des Abstracts, ob sie den gesamten Text erwerben wollen.

Wenn man beim Schreiben des Abstracts von dieser Funktion ausgeht, ist leichter nachvollziehbar, welche Inhalte in das Abstract gehören, wie es aufgebaut und formuliert sein sollte.

Das Abstract bei der VWA

Im Falle der VWA sollte das Abstract 1.000 bis 1.500 Zeichen (inkl. Leerzeichen) umfassen und kann auf Deutsch oder Englisch abgefasst werden .
Das Abstract ist nicht Teil der Arbeit (wie etwa die Einleitung), sondern ist ihr vorangestellt. Es muss daher unabhängig vom Text der Arbeit verständlich sein.

Es folgt direkt nach dem Titelblatt, steht also vor dem (optionalen) Vorwort und dem Inhaltsverzeichnis. Es ist nicht Teil der Arbeit und hat deshalb keinen eigenen Gliederungspunkt. Das erste mit einer Ziffer versehene Kapitel ist die Einleitung („1 Einleitung“).
Das Abstract wird in Präsens verfasst.

Im Abstract gehen Sie auf folgende Punkte ein :

  • die Problemformulierung (leitende Fragestellung) und das Ziel der Arbeit,
  • das methodische Vorgehen, das gewählt wurde, um die Fragestellung(en) zu beantworten,  
  • die wichtigsten Ergebnisse und Erkenntnisse.
Abstract
InhalteFragen, die Ihnen bei der Erstellung des Abstracts helfen könnenDas tun Sie konkret
Problemformulierung und Ziel der Arbeit

Was sind jene Inhalte Ihrer Arbeit, die Sie nennen müssen, um einen thematischen Überblick zu geben? Was dürfen Sie weglassen?
Welcher/welchen Fragestellung(en) sind Sie nachgegangen? Was genau wollten Sie herausfinden, beforschen, klären?

Beschreiben Sie sachlich und möglichst kurz (ein bis zwei Sätze) die zentrale(n) Fragenstellung(en).
Nennen Sie das Ziel, das Sie mit der Beantwortung der Frage(n) verfolgt haben.

Methodisches VorgehenAuf welche Weise haben Sie Ihr Thema bearbeitet und auf Ihre Fragestellungen Antworten gesucht und gefunden? Wie können Sie den Leserinnen und Lesern Ihre Vorgangsweise, also die Arbeitstechniken und Methoden, möglichst kurz und dabei aussagestark beschreiben? Beschreiben Sie, welche Arbeitstechniken und Methoden Sie eingesetzt haben.
Darstellung der wesentlichen Ergebnisse und ErkenntnisseWelche sind die wichtigsten Ergebnisse Ihrer Arbeit? Welche Erkenntnisse haben Sie durch die Arbeit gewonnen?Fassen Sie kurz, sachlich und objektiv Ihre wichtigsten Ergebnisse und Erkenntnisse Ihrer Arbeit zusammen.

 

Wann schreiben Sie das Abstract?
Das Abstract wird erst geschrieben, wenn die gesamte Arbeit fertig ist.

 

¹ Vorgestellt und empfohlen wird das informative Abstract.
² Prüfungsordnung AHS, §8, Abs. 5. https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20007845 [Zugriff: 29.5.2019]
³ Esselborn-Krumbiegel, Helga: Richtig wissenschaftlich schreiben. Paderborn: Schöningh, 2010, S. 100.

Vorworte oder Vorbemerkungen finden sich im Wissenschaftsbereich in erster Linie in Arbeiten, die zur Veröffentlichung gedacht sind. Ansonsten sind Vorworte und Danksagungen eher unüblich. Bei einer Veröffentlichung kann wichtig sein, einer anonymen Leserschaft einen Begleitbrief¹ mit Erklärungen über die Arbeit zu geben, also die Schilderung persönlicher Rahmenbedingungen, Stellungsnahmen, Danksagungen und Widmungen.

Bei einer VWA hingegen sollten Sie  gut überlegen, ob persönliche Aspekte, etwa persönliche Hintergründe zur Entstehung der Arbeit, wirklich so bedeutsam sind, dass die Leser/innen – im Fall der VWA die Mitglieder der Prüfungskommission – unbedingt darüber informiert werden müssen.
Falls nach reiflicher Überlegung entschieden wird, dass dies der Fall ist, so kann der VWA ein Vorwort vorangestellt werden.

Dies gilt ebenso für den Fall, dass die Arbeit an der VWA wesentlich von externen Personen oder Institutionen unterstützt wurde und diesen Personen und Institutionen die VWA übergeben wird. Die Personen bzw. Institutionen werden genannt und die Art der Unterstützung/der Beitrag zum Gelingen der VWA wird offengelegt. Personen werden mit ihren Titeln und Funktionen genannt.

Das Vorwort gehört nicht zum eigentlichen Text, ist vor dem Inhaltsverzeichnis positioniert und erhält keinen Gliederungspunkt. Das erste mit einer Ziffer versehene Kapitel ist immer die Einleitung („1 Einleitung“).
Das Vorwort einer VWA sollte maximal eine Seite umfassen und endet mit dem (Wohn-)Ort, dem Datum und dem Namen der Schülerin/des Schülers.

Das Vorwort ist nicht Teil der Arbeit und fließt nicht in die Zeichenzahl ein.

¹ Standop, Ewald: Die Form der wissenschaftlichen Arbeit. 14. Aufl. Heidelberg/Wiesbaden. 1994, S. 24.

Das einleitende Kapitel – wie das abschließende Kapitel – gehört zu den fixen Bestandteilen einer VWA und dient der Orientierung. Mit der Einleitung schaffen Sie den Leserinnen und Lesern einen Zugang zu Ihrem Text: Sie stimmen auf Ihr Thema ein, liefern den Kontext, in dem die Arbeit entstanden ist und geben einen Ausblick auf die Inhalte und Vorgehensweisen. Damit wecken Sie Interesse für Ihre Arbeit und lenken die Aufmerksamkeit der Leser/innen.

Unterscheidung zu wissenschaftlichen Arbeiten:
Weil eine VORwissenschaftliche Arbeit nicht im wissenschaftlichen Umfeld geschrieben wird, unterscheidet sich die Einleitung zur VWA in einigen Punkten von Einleitungen von wissenschaftlichen Arbeiten.

In der Einleitung gehen Sie auf folgende Punkte ein:

  • Hinleiten zu Thema und Leitfragen
    • Zugang zum Thema¹
    • Bedeutung des Themas
    • Leitfragen der Arbeit
  • Informationen zu Vorgangsweise bzw. Aufbau der Arbeit
Einleitung
InhalteFragen, die Ihnen bei der Erstellung der Einleitung helfen könnenDas tun Sie konkret
Zugang zum ThemaWieso hat dieses Thema Ihr persönliches Interesse geweckt? Welches Vorwissen, welche Erfahrungen, Überlegungen bringen Sie zum Thema ein? Gibt es aktuelle Debatten oder Anregungen aus dem Unterricht, die Sie motiviert haben?Erläutern Sie den Leserinnen und Lesern sachlich, was Sie dazu bewogen hat, dieses Thema zu behandeln.
Bedeutung Ihres Themas

Warum ist Ihr Thema für Sie wichtig?
Welche Bedeutung hat das Thema Ihrer Meinung nach in der Gesellschaft oder auch in der Wissenschaft?

Begründen Sie, warum Sie es für wichtig erachten, das Thema zu bearbeiten. Erläutern Sie sachlich, warum Ihr Thema für Sie persönlich wichtig ist und welche persönliche Wissenslücke Sie mit der VWA füllen möchten. Beschreiben Sie ggf., welche gesellschaftliche oder wissenschaftliche  Relevanz Ihr Thema hat.
Leitende Fragestellung(en)

Welchen Aspekt aus dem von Ihnen gewählten Themenbereich bearbeiten Sie konkret? Auf welche Frage(n) möchten Sie Antworten geben? Welche Fragen haben sich aus bereits gelesener Literatur, bearbeiteten Quellen, Gesprächen etc. herauskristallisiert?
Was wollen Sie herausfinden, überprüfen, nachweisen etc.?

Erklären Sie, welche Frage(n) Sie in Ihrer Arbeit beantworten wollen bzw. welche persönliche Wissenslücke Sie füllen möchten. Erläutern Sie, weshalb die gewählten Fragestellungen und die gesetzten Schwerpunkte zur Bearbeitung des Themas besonders wichtig sind.
Informationen über Quellen und Vorgangsweise

Was werden Sie tun, um die Frage(n), die Sie stellen, zu beantworten?
Auf welche Quellen (z. B. Literatur, Daten-, Bildmaterial etc.) stützen Sie sich? Warum haben Sie sich für diese Quellen entschieden?
Welche Arbeitstechniken und Methoden setzen Sie ein?
Was müssen die Leser/innen über Ihr Vorgehen wissen, um sich orientieren zu können?

Beschreiben Sie den Leserinnen und Lesern in aller Kürze Ihr Vorgehen, die Auswahl der Literatur, der Arbeitstechniken bzw. Methoden.
Aufbau

Aus welchen Teilen besteht Ihre Arbeit und wie hängen sie miteinander zusammen? Welche Funktion hat die Anordnung der einzelnen Kapitel?
Welchen Beitrag leistet jeder Teil zur Beantwortung Ihrer Frage?

Beschreiben und erklären Sie den Leserinnen und Lesern den Aufbau Ihrer Arbeit.


Wann schreiben Sie die Einleitung?
Vielleicht haben Sie schon mal gelesen oder gehört, dass die Einleitung üblicherweise nach Fertigstellung der Arbeit verfasst wird.² Das stimmt insofern, als die Einleitung nach Fertigstellung der Arbeit finalisiert und mit der bestehenden Arbeit abgeglichen werden muss. Es ist aber sehr wohl sinnvoll, die Einleitung als Rohtext VOR Beginn der Arbeit zu schreiben, weil Sie sich dabei über einige wichtige Punkte klar werden müssen, die Ihnen beim Arbeiten hilfreich sein werden.

¹ Frank, Norbert/Stary, Joachim: Die Technik wissenschaftlichen Arbeitens.16. Aufl. Paderborn: Schöningh, 2011. S.142ff.
² Flatscher, Matthias/Posselt, Gerald/Weiberg, Anna: Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten für PhilosophInnen. Vorlesungsskriptum. Wien: Facultas, 2007, S. 5. https://homepage.univie.ac.at/gerald.posselt/lehre/leitfaeden/Leitfaden_Seminararbeit.pdf [Zugriff. 21.08.2019].

Der Hauptteil ist das Kernstück der VWA und hinsichtlich der Zeichenanzahl der umfangreichste Teil der Arbeit. Er wird, je nach gewähltem Thema, den dazugehörigen Leitfragen und Arbeitsweisen (= Methoden) sehr unterschiedlich ausgestaltet. Der Hauptteil besteht jedenfalls aus verschiedenen Kapiteln und häufig Unterkapiteln, deren Inhalte es ermöglichen, die gewählten Leitfragen der VWA zu beantworten.

Hinweis: In Ihrer Arbeit gibt es kein Kapitel namens Hauptteil! Der Hauptteil gliedert sich entsprechend der Logik Ihrer Arbeit in inhaltliche Kapitel.

1. Erstes Kapitel des Hauptteils: Arbeitsweisen/Methoden

In diesem Abschnitt geben Sie den Leserinnen und Lesern in aller Kürze Einblicke in Ihre Arbeitsweise, indem Sie nachvollziehbar darstellen, wie Ihre Erkenntnisse und Schlussfolgerungen zustande gekommen sind. Sie beschreiben die Vorgehensweisen und Methoden, mit denen Sie Ihr VWA-Projekt umgesetzt haben (z.B. Recherchieren, Lesen, Exzerpieren, Analysieren, Interviewen, Transkribieren, Interpretieren, Durchführen von Experimenten, das graphische Darstellen von Daten, Fotografieren, Filmen, Beschreiben, etc.), um das Ziel Ihrer VWA – die Beantwortung der Leitfragen – zu erreichen und zu Ihren Resultaten zu gelangen.

In diesem Kapitel über die Arbeitsweisen ist es auch möglich zu erläutern, weshalb Sie etwa Leitfragen modifiziert oder den ursprünglich geplanten Methodeneinsatz nachjustiert haben.

InhalteFragen, die Ihnen bei der Erstellung des Methodenkapitels helfen könnenDas tun Sie konkret
Darstellung der verwendeten Arbeitsweisen, Beschreibung des Arbeitsprozesses

Wie habe ich mein Projekt umgesetzt?
Welche Arbeitsweisen (= Methoden) habe ich verwendet, um Inhalte und Materialien für meine VWA zu beschaffen? Weshalb habe ich diese und keine anderen Arbeitsweisen bzw. Methode verwendet?
Welche Arbeitsschritte habe ich gesetzt?
Mit welchen „Daten“ (Texte, Statistiken, Interviewtranskripte, Laborprotokolle, etc.) habe ich gearbeitet?
Wie und wo habe ich gearbeitet?

Erläutern Sie den Leserinnen und Lesern, wie Sie vorgegangen sind und welche verschiedenen Arbeitsweisen Sie verwendet haben, um zu Ihren Erkenntnissen zu kommen und Ihre Leitfragen zu beantworten z.B.:

  • Beschreiben Sie, wie Sie einen Text analysiert bzw. wie Sie Texte verglichen haben.
  • Erklären Sie, wie ein Experiment aufgebaut war.
  • Stellen Sie dar, wie Sie einen Fragebogen zusammengestellt haben und wie sich dieser verändert und entwickelt hat.
  • Beschreiben Sie Entwicklung eines Interviewleitfadens und der Durchführung eines Interviews.
  • Stellen Sie dar, wie Sie ein Kategoriensystem zum Vergleich von Texten/Bildern/Filmen entwickelt haben.
  • Erklären Sie, warum Sie bestimmte Statistiken verwendet haben.
  • Erzählen Sie, wie die Literaturrecherche in Bibliotheken und Datenbanken verlaufen ist und entlang welcher Schlagwörter Sie fündig geworden sind.
  • Stellen Sie dar, welche Probleme bei der Umsetzung Ihrer Arbeitsweisen aufgetreten sind.
  • usw
 

Wann schreiben Sie den Abschnitt „Arbeitsweisen/Methoden“?

Das Kapitel „Arbeitsweisen/Methoden“ können Sie schreiben, sobald Sie ihre Datenerhebung und Datenauswertung (z.B. Vergleich und die Analyse von Texten/Bildern oder die Interview-Inhaltsanalyse etc.) abgeschlossen haben. Dieser Abschnitt ist daher oft auch einer der ersten Abschnitte einer VWA, die fertiggestellt werden können. Das Kapitel daher auch verwendet werden, um mit dem Schreiben der Arbeit zu beginnen und in einen Schreibfluss zu kommen.

2. Themenabhängige Kapitel

Die weiteren Kapitel des Hauptteils sind frei gestaltbar und orientieren sich in der Abfolge am „Roten Faden“ Ihrer Arbeit. In diesen Kapiteln beschreiben Sie jene Informationen und jene Erkenntnisse, die in ihrer Gesamtheit eine Beantwortung Ihrer Leitfragen, die sich vermutlich im Zuge des Literaturstudiums präzisieren, ermöglichen. Dabei ist zu überlegen, wie die inhaltliche Abfolge der Kapitel gestaltet werden kann, damit Ihr VWA-Thema für einen Leser/eine Leserin gut erfassbar ist.

Das bedeutet, dass in diesen Kapiteln des Hauptteils die Darstellungen u.a. folgender Inhalte Platz finden können:

  • Begriffsdefinitionen, die für das Thema wichtig sind,
  • historische Rahmenbedingungen zum Verständnis einer gewählten Thematik,
  • grundlegende Informationen zu einem Thema, die wichtig sind, um z. B. ein gewähltes Fallbeispiel oder eine bestimmte, aktuelle Problematik verstehen zu können,
  • Textanalysen, -interpretationen und -vergleiche,
  • Analysen bildlicher Quellen (Filme, Fotografien, Bilder, etc.),
  • Analysen statistischer Daten,
  • ausgewählte und in den Fließtext eingearbeitete Interview-Inhalte,
  • Grafiken, Bilder, Kartenmaterialien samt dazugehöriger Erklärungen,
  • Ergebnisse von Befragungen oder Beobachtungen,
  • Experimente und deren Ergebnisse,
  • Prozessbeschreibungen und -analysen (z. B. für angewandt-künstlerische Umsetzungen),
  • mathematische Berechnungen und deren Kontextualisierung,
  • Programmierprozesse und-analysen,
  • Ausgewählte Fachliteratur, die als Basis für die Formulierung der Leitfragen gedient hat
  • etc.

Diese Kapitel des Hauptteils sollten erst dann verschriftlicht werden, wenn Ihnen alle notwendigen Informationen, Quellen, Daten zur Verfügung stehen.

 

Das abschließende Kapitel der VWA gehört – wie die das einleitende Kapitel – zu den fixen Bestandteilen einer VWA. Im Fazit fassen Sie Ihre zentralen Ergebnisse und Erkenntnisse zusammen und spannen den Bogen zurück zur Einleitung: Sie reflektieren Ihren derzeitigen Wissensstand im Verhältnis zu Ihrem Ausgangspunkt, versuchen Ihre eingangs aufgestellten Fragestellungen zu beantworten und reflektieren Sie Ihre Vorgehensweise. Damit machen Sie Ihren Leserinnen und Lesern klar, welches Wissen Sie auf welche Weise erworben, welche Antworten Sie gefunden und welche Erkenntnisse Sie gewonnen haben. Eventuell  können Sie einen Ausblick geben, der an das Erarbeitete anknüpft. Eventuell nennen Sie Bereiche, die einer weiterer Bearbeitung/Untersuchung beleuchtet werden sollten.

Unterscheidung zu wissenschaftlichen Arbeiten:
Weil eine VORwissenschaftliche Arbeit nicht im wissenschaftlichen Umfeld geschrieben wird, unterscheidet sich das Schlusskapitel zur VWA in einigen Punkten von Schlusskapiteln wissenschaftlicher Arbeiten.

Der Schlussteil der VWA geht auf folgende Punkte ein:

  • Zusammenfassung der Ergebnisse und Erkenntnisse
  • Schlussfolgerungen und weiterführende Fragen/Ausblick
  • Optional: Reflexion der Erfahrungen im Arbeitsprozess
Abschließendes Kapitel
InhalteFragen, die Ihnen bei der Erstellung des abschließenden Kapitels helfen könnenDas tun Sie konkret
Zusammenfassung der Ergebnisse und Erkenntnisse

Was sind die wichtigsten Aussagen Ihrer Arbeit? Welche Ergebnisse müssen Sie zum Abschluss konkret nennen, damit sie die in der Einleitung gestellten Fragen beantworten?
Welche Aussagen/Ergebnisse müssen Sie miteinander verbinden, damit das Thema abgerundet ist?

Welche Fragen konnten Sie nicht beantworten? Warum war die Beantwortung nicht möglich?

Fassen Sie die wichtigsten Ergebnisse und knapp und prägnant zusammen und stellen Sie diese in einen Bezug zu den Leitfragen.

Erläutern Sie den Leserinnen und Lesern, welche für Sie die wesentlichen Erkenntnisse sind und inwieweit Ihre persönliche Wissenslücke geschlossen wurde.

Erklären Sie, warum Fragen nicht beantwortet werden konnten und welche Auswirkung das auf das Gesamtergebnis Ihrer Arbeit hat.

Schlussfolgerungen und weiterführende Fragen

Gibt es Schlussfolgerungen, die Sie aus der Arbeit an Ihrem Thema ziehen und die für die Leser/innen wichtig sein könnten?

Gibt es Aspekte, die Ihnen selbst noch immer unklar sind?

Gibt es Fragen, die erst im Zuge der Arbeit aufgekommen sind und mit denen sich eine zukünftige VWA befassen könnte? Zu welchen nicht behandelten Aspekten Ihres Themas  würden Sie nun nach Abschluss Ihrer VWA weiterlesen oder forschen wollen?

Erläutern Sie ggf. Schlussfolgerungen, beschreiben Sie praktische und/oder theoretische Konsequenzen Ihrer Ergebnisse.

Erläutern Sie ggf., welche Aspekte Ihres Themas Sie für sich nicht klären konnten und stellen Sie die Gründe dafür nachvollziehbar dar.

Diskutieren Sie ggf. auch die Beschränkungen Ihrer Arbeit und erläutern Sie, welches Vorgehen sinnvoll gewesen wäre, aber den Rahmen einer VWA gesprengt hätte. Nennen Sie konkrete Aspekte oder Fragestellungen, die aus Ihrer Sicht weiterführend bearbeitet werden könnten. Begründen Sie, warum Sie diese Punkte für wichtig halten.

Reflexion der Erfahrungen im Arbeitsprozess

Was haben Sie in Hinblick auf Ihre Arbeitsweisen gelernt?
Welche Entwicklung sind Sie durchlaufen? Welche Strategie hat sich bewährt? Was würden Sie anders machen? Wie können Sie die gewonnen Erkenntnisse und Kompetenzen in Zukunft einsetzen?

Beschreiben Sie Ihre Arbeitsweise und resümieren Sie die Erfahrungen, die Sie im Arbeitsprozess gemacht haben.

Jede Übernahme von Erkenntnissen aus der Literatur ist in der VWA auszuweisen und zu belegen, Zitate sind als solche zu kennzeichnen. Geschieht dies nicht, vergreift man sich am geistigen Eigentum anderer und begeht ein Plagiat.

Funktion von Zitaten:

  • Das Zitieren dient dem Schutz des geistigen Eigentums des Urhebers/der Urheberin eines Gedankens.
  • Das Zitat ermöglicht der Leserin/dem Leser zu überprüfen, woher die Aussagen stammen und ob sie korrekt übernommen wurden.
  • Es wird belegt, dass man sich mit dem Thema umfassend beschäftigt und die relevanten Quellen zur Kenntnis genommen hat.
  • Sie stützen die eigene Argumentation.

Man unterscheidet zwei Arten von Zitaten:

1. wörtliche (direkte) Zitate, an deren Wortlaut nichts geändert werden darf;

2. sinngemäße (indirekte) Zitate (Paraphrasierungen bzw. Zusammenfassungen), in denen der Wortlaut des Originaltextes verändert wird, wobei die Aussagen sinngemäß wiedergegeben werden.  

Ad 1) Wörtliche (direkte) Zitate:
Wörtliche Zitate sind sinnvoll,

  • wenn ein zentraler Inhalt in einem Satz oder in einer Textpassage besonders pointiert formuliert ist,
  • wenn man die im Zitat getroffene Aussage in der eigenen Arbeit diskutieren möchte.

Zitiertechnik: Jedes wörtlich übernommene Zitat ist als solches kenntlich zu machen. In jedem Fall wird es in Anführungszeichen gesetzt.

Längere Zitate (ab drei Zeilen) werden im Schriftbild abgehoben. Dies kann erfolgen, indem man den übernommenen Text

  • als Textblock einrückt
  • sie kursiv setzt oder eine kleinere Schriftgröße verwendet (Formale Gestaltung).

Kürzere Zitate werden in den Fließtext integriert.

Zitat im Zitat: Ein Zitat im Zitat wird in einfache Anführungszeichen gesetzt.

„Er musste sich über mich gebeugt haben, weil ich das Gesicht plötzlich in Großaufnahme sah, gleichsam mehrfach vergrößert. ‚Gott sei Dank, du lebst‘, hörte ich. ‚Aber du bist krank. Du hast Malaria.‘“¹
_______________________
¹ Kapuściński, 2001, S. 56.  

Auslassungen innerhalb von Zitaten werden durch [...] angezeigt. Der ursprüngliche Sinn der Aussage darf sich dadurch nicht verändern.

„Das Regime Mengistus wurde nach siebzehnjähriger Herrschaft im Sommer 1991 gestürzt. Der Führer selbst setzte sich [...] nach Zimbabwe ab.“ 1
_______________________
¹ ebd.,  S. 220.

Grammatikalische Veränderungen im Zitat, die durch das Einfügen des Zitats in den eigenen Satzbau vorgenommen werden (Satzstellung, abweichende Endungen, veränderte Groß- oder Kleinschreibung ...), werden durch eckige Klammern gekennzeichnet.

Kapuściński meint, der Kontinent sei „zu vielfältig und zu groß, als dass man ihn beschreiben könnte“¹. Er sieht Afrika als „eigene[n] Planet[en]“, als „vielfältige[n], reiche[n] Kosmos“².
_______________________
¹ Kapuściński, 2001, S. 5.
² ebd., S. 5.

Ergänzungen, die für das Verständnis des Zitates wichtig sind, werden in eckigen Klammern beigefügt.

„Beide Länder [England und Frankreich, Anm. d. Verf.] wurden von einem Fieber nationalistischer Euphorie erfasst. Anfangs wollte keine der beiden Seiten nachgeben.“¹
_______________________
¹ ebd., S. 177f.

Hervorhebungen im Originaltext (Fettdruck, Kursivschrift) müssen in Zitaten übernommen werden, Hervorhebungen durch die Verfasserin/den Verfasser der vorwissenschaftlichen Arbeit müssen durch den Zusatz (Hervorh. durch d. Verf.) gekennzeichnet sein.

„Die afrikanische Kultur ist eine Kultur des Austauschs. Du gibst mir etwas, und es ist meine Pflicht, mich dafür zu revanchieren. Nicht nur meine Pflicht. Das verlangt meine Würde, meine Ehre, mein Menschentum.¹
_______________________
¹ ebd., S. 177f., Hervorh. durch d. Verf.

Zeichensetzung und Rechtschreibung werden unverändert übernommen. Fehler im Zitat (nicht jedoch alte Rechtschreibung) werden durch ein [sic!] (lateinisch für „so!“) gekennzeichnet.

„Rechtschreibfeler [sic!] in Zitaten werden unverändert übernommen.“

Zitate in einer Fremdsprache werden in den Fließtext eingefügt und – außer bei englischen Zitaten – in einer Fußnote übersetzt.

Sekundärzitate, also Übernahmen von wörtlichen Zitaten aus einer anderen Arbeit, sollten vermieden werden. Kann jedoch ein Zitat nicht im Original überprüft werden (z.B. wenn ein Buch vergriffen ist), so ist nach dem Zitat der wörtlich übernommenen Passage noch „zit. n.“ (für „zitiert nach“) und das genaue Zitat zu ergänzen, woher man den Originalwortlaut übernommen hat.

Ad 2) Sinngemäße (indirekte) Zitate (Paraphrasierungen bzw. Zusammenfassungen)
Zitiertechnik:
Ein sinngemäßes Zitat weist keine Anführungszeichen auf, es wird im Quellenverweis durch ein „vgl.“ (für „vergleiche“) gekennzeichnet.

Kapuściński schreibt, dies sei kein Buch über Afrika, sondern über einige Menschen, denen er begegnet sei.
Wenn wir von Afrika sprächen, so sei dies notwendigerweise eine Vereinfachung der dort vorhandenen Vielfalt.¹
_______________________
¹ vgl. Kapuściński, 2001, S. 5.

Laut Kapuściński¹ ist das Sprechen über Afrika notwendigerweise eine Vereinfachung der dort vorhandenen Vielfalt.
_______________________
¹ vgl. Kapuściński, 2001, S. 5.


Zitate sind durch genaue Angabe der Literatur nachzuweisen

Dafür gibt es zwei Varianten:
1. Kurzbeleg in Fußnoten
2. Kurzbeleg im Text

Ad 1) Kurzbeleg in Fußnoten

Die Vollbelege der verwendeten Literatur sind im Literaturverzeichnis zu finden, z. B.:

Kapuściński, Ryzard: Afrikanisches Fieber. Erfahrungen aus vierzig Jahren.  München: Piper-Verlag, 2001.

In den Fußnoten reichen Kurzbelege mit der Angabe von AutorIn, Erscheinungsjahr, Seite, z. B.: 

Kapuściński, 2001, S. 129f.

Bei unmittelbar aufeinander folgenden Verweisen auf die gleiche Quelle kann ab der zweiten Nennung auch „ebd.“ (für „ebenda“) verwendet werden: ebd., S. 135.
Verweist ein Beleg auf zwei Seiten im Originaltext, so fügt man der Seitenzahl ein „f.“ (für „folgende“) an, bei mehr als zwei Seiten ein „ff.“ oder auch die genaue Seitenangabe (z. B.: S. 18–25).

Ad 2) Kurzbeleg im Text
Kurzbelege mit der Angabe von AutorIn, Erscheinungsjahr und Seite können auch innerhalb einer Klammer im Text stehen (Harvard-Zitierweise):

 (Kapuściński, 2001, S. 129f.)


Zitieren aus elektronischen Medien

Bei Webseiten sind Seitenangaben meist nicht möglich.

Kurzbeleg: Hubjer, 2012. Vollbeleg: Hujber, Wendelin: Zitieren in der Schule. 2012. www.wendelinsseiten.info/vom-zitieren [Zugriff: 23.07.2019].

Bei Filmen, Hörtexten oder Audiofiles gibt man nach „TC“ (Time Code) die genaue Zeitangabe an.²

Vollbeleg: Wagenhofer, Erwin: Let’s make money [DVD]. Wien: edition Filmladen, 2008, TC 5:49.

Kurzbeleg: Wagenhofer, 2008, TC 5:49.

Auch Abbildungs-, Kapitel- und Paragraphennummern sind als genaue Positionsangabe möglich.

Vollbeleg: Wahlster, Wolfgang: Sprachtechnologie im Alltag. Der Computer als Dialogpartner.  Saarbrücken: 1999. www.dfki.de/~wahlster/Alltag/Alltag.html [Zugriff: 15.11.2012].

Kurzbeleg: Wahlster, 1999, Fig. 2.

Passagen aus E-Books³ werden im Text mit sogenannten „Positionen” zitiert. Statt der Seitenzahl wird beim Zitieren die Position angegeben.

Da diese aber bei jedem Lesegerät anders und an bestimmter Stelle angezeigt werden, ist es wichtig, im Literaturverzeichnis anzugeben, welchen Reader man verwendet.

Lässt sich bei bestimmten Geräten keine Position oder dergleichen finden, so wird im Text bzw. in der Fußnote das Kapitel zitiert.

Zitieren ohne Position, sondern mit Kapitel

Vollbeleg: Bromfield, Louis: Mrs. Parkington. New York, NY: Harper & Brothers, 1943. Project Gutenberg Canada. Web. EPUB file. 29 Aug 2015, chapter XV.
Kurzbeleg: Bromfield: 1943, chapter XV.

Zitieren mit Positionen

Vollbeleg: Canfield, Dorothy: The Brimming Cup. New York: Hartcourt, Brace & co, 1919. Project Gutenberg. Web. MOBI file. 29  Aug. 2015, Pos. 337–343.
Kurzbeleg: Canfield: 1919, Pos. 337–343.

¹ Die Beispiele zeigen den Beleg als Fußnote.
² Hafner, R.: Zitiertechnik Filme. Beispiele für bibliographische Kurzbelege in den Fußnoten, für Standbilder und Filmausschnitte und für bibliographische Vollbelege im Literaturverzeichnis. www.erdmann_romanistik.uni-freiburg.de/zitiertechnik-film-hafner-ochsner-2011.pdf [Zugriff: 16.7.2019].
³ Manschetus, Uwe: Über das Zitieren von E-Books in wissenschaftlichen Arbeiten. http://wissenschafts-thurm.de/zitieren-von-e-books/ [Zugriff: 16.7.2019]

Wer hat was verfasst? Wann und wo wurde es publiziert? Die bibliografischen Angaben orientieren sich an den Fragen WER? WAS? WO und WANN?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Quellenangaben im Literaturverzeichnis anzuführen. Die Werke müssen aber auf jeden Fall einheitlich und in  alphabetischer Reihenfolge  – nach Nachnamen  geordnet – aufgelistet werden. Hier finden Sie ein Modell, an dem Sie sich orientieren können¹. 

1. Printmedien

1.1. Selbstständig erschienene Werke (Monographien)

Autorin(nen)/Autor(en) bzw. Herausgeberin(nen)/Herausgeber: Titel. Untertitel. Auflage. Verlagsort: Verlag*, Erscheinungsjahr (Reihe Reihennummer).

1.2. Unselbstständig erschienene Werke

1.2.1. Aufsatz in einem Sammelband
Autorin(nen)/Autor(en): Titel. Untertitel. In: Herausgeberin(nen)/Herausgeber Sammelband: Titel Sammelband. Auflage. Verlagsort: Verlag, Erscheinungsjahr, Seitenangaben.

1.2.2.Aufsatz in einer Zeitschrift
Autorin(nen)/Autor(en): Titel. Untertitel. In: Titel der Zeitschrift. Erscheinungsjahr, Jahrgang, Heftnummer, Seitenangaben.

2. Online zur Verfügung gestellte Quellen

2.1. PDF-Dokumente

Autorin(nen)/Autor(en) bzw. Herausgeber/in(nen)/Herausgeber: Titel. Untertitel. Erscheinungsort: Erscheinungsdatum. Angabe URL [Zugriff: Zugriffsdatum].

2.2. Website

Autorin(nen)/Autor(en) bzw. Herausgeber/in(nen)/Herausgeber: Titel. Untertitel. Publikationsdatum. Angabe URL [Zugriff: Zugriffsdatum].

3. E-Books

Autorin(nen)/Autor(en) bzw. Herausgeber/in(nen)/Herausgeber): Titel. Untertitel [E-Book]. Verlagsort: Verlag, Erscheinungsjahr.

4. Sonstige Formate

Beteiligte Person(en) (Funktion): Titel/Betreff… [ Film, Mail, Brief, DVD, Interview, Radiosendung… ]. Verlagsort: Verlag, Erscheinungsjahr.

Beispiele für die Langform der Quellenangabe im Literaturverzeichnis

1. Printmedien

1.1. Selbstständig erschienene Werke

Autorin(nen)/Autor(en) bzw. Herausgeberin(nen)/Herausgeber: Titel. Untertitel. Auflage. Verlagsort: Verlag, Erscheinungsjahr (Reihe Reihennummer).
Esselborn-Krumbiegel:  Von der Idee zum Text. Eine Anleitung zum wissenschaftlichen Schreiben. 5. Auflage. Paderborn u.a.: Schöningh, 2017.
Hahner, Markus/Scheide, Wolfgang/Wilke-Thissen, Elisabeth: Wissenschaftliche[s] Arbeiten mit Word 2010. Unterschleißheim: Microsoft Press, 2011.
Schellmann, Bernhard u.a.²: Medien verstehen – gestalten – produzieren. Eine Einführung in die Praxis. 3., erweiterte und verbesserte Auflage. Haan-Gruiten: Verlag Europa-Lehrmittel, 2005.

1.2. Unselbstständig erschienene Werke
1.2.1. Aufsatz in einem Sammelband

Autorin(nen)/Autor(en): Titel. Untertitel. In: HerausgeberIn(nen) Sammelband: Titel Sammelband. Auflage. Verlagsort: Verlag, Erscheinungsjahr, Seitenangaben.
Stary, Joachim: Wissenschaftliche Literatur lesen und verstehen. In: Franck, Norbert/Stary, Joachim (Hrsg.): Die Technik des wissenschaftlichen Arbeitens. Eine praktische Anleitung. 16., überarb. Auflage. Paderborn u.a.³: Schöningh, 2011 (UTB 724), S. 71–96.

1.2.2.Aufsatz in einer Zeitschrift
Autorin(nen)/Autor(en): Titel. Untertitel. In: Titel der Zeitschrift. Erscheinungsjahr, Jahrgang, Heftnummer, Seitenangaben.
Mittnik, Philipp: Die vorwissenschaftliche Arbeit im Fach „Geschichte und Sozialkunde/Politische Bildung“. In: Historische Sozialkunde. Geschichte – Fachdidaktik – Politische Bildung. 2011, 41. Jahrgang, H.1, S. 14–17.

2. Online zur Verfügung gestellte Quellen

2.1. PDF-Dokumente
Autorin(nen)/Autor(en) bzw. Herausgeberin(nen)/Herausgeber: Titel. Untertitel. Erscheinungsort: Erscheinungsdatum. Angabe URL [Zugriff: Zugriffsdatum].
Wohlgemuth, Jan/Voß, Viola: Bibliographieren – … aber wie? Version 3.0. Münster: 2010.
Stahl, Johanna/Kipmann, Ulrike:  Anleitung zum wissenschaftlichen Arbeiten. Schwerpunkt Empirische Forschung. Ein Leitfaden für Studierende. Salzburg, 2012. www.oezbf.at/wp-content/uploads/2017/12/Skriptum_Wiss_Arbeiten_komplett_2013-02-28.pdf. Zugriff: 15.7.2019].

2.2. Website
Autorin(nen)/Autor(en) bzw. Herausgeberin(nen)/Herausgeber: Titel. Untertitel. Publikationsdatum. Angabe URL [Zugriff: Zugriffsdatum]
Baumgartner, Peter: Zitieren – eine Geheimwissenschaft? – Initiationsrituale: Quellenangabe, Zitierschema und Zitierstil. Gedankensplitter. 29.8.2008. peter.baumgartner.name/2008/08/29/zitieren-eine-geheimwissenschaft [Zugriff: 17.08.2019].
Schreibwerkstatt Uni Essen-Duisburg: Materialien. 10.07.2019. www.uni-due.de/schreibwerkstatt/material.shtml. [Zugriff: 17.08.2019.

3. E-Books
Autorin(nen)/Autor(en) bzw. Herausgeberin(nen)/Herausgeber: Titel. Untertitel [E-Book]. Verlagsort: Verlag, Erscheinungsjahr.
Theissen, Manuel R.: Wissenschaftliches Arbeiten. Erfolgreich bei Bachelor- und Masterarbeiten [E-Book]. 16. Auflage. München: Vahlen, 2013.

4. Sonstige Formate
Beteiligte Person(en) (Funktion): Titel/Betreff… [ Film, Mail, Brief, DVD, Intervies, Radiosendung… ]. Verlagsort: Verlag, Erscheinungsjahr.
Birkenbihl, Vera F.: Gedächtnis. Was Sie unbedingt wissen sollten [DVD]. Heusenstamm: Best Entertainment AG, 2008.
Scott, Pippa (Regie): Schatten über dem Kongo. Schreckensgeister der Kolonialherrschaft [Film]. WDR: 2008. www.youtube.com/watch [Zugriff: 25.4.2012].
Kerbler, Michael/Vargas Llosa, Mario: Das Lesen verwandelt Traum in Leben und Leben in Traum. Michael Kerbler spricht mit Mario Vargas Llosa, Schriftsteller. [Radiosendung]. Wien: ORF Österreich 1, 10.11.2011.
Wagenhofer, Erwin (Buch und Regie): Let’s make money [DVD]. Wien: edition Filmladen, 2009.

¹ Nach Hujber, Wendelin: Zitieren in der Schule. 2012. https://www.wendelinsseiten.info/vom-zitieren [Zugriff: 23.07.2019].
* Kursiv gesetzte Angaben sind optional.
² Bei mehr als drei Autor/inn/en bzw. Herausgeber/innen: nur 1. Name und Zusatz „u. a.“
³ Bei mehr als drei Verlagsorten: nur 1. Verlagsort und Zusatz „u. a.“

Wie bei übernommenen oder paraphrasierten Textpassagen müssen auch bei Abbildungen oder Tabellen die Quellen in Form eines Zitats angegeben werden, sodass sie zweifelsfrei identifizierbar sind.

Die Abbildungen und Tabellen werden durchnummeriert. Wenn nicht anders vereinbart, nennt die Bildunterschrift Autor/Künstler bzw. Autorin/Künstlerin: Titel, bei Kunstwerken Datierung und Ausstellungsort¹. 

Abb. 1: Nachname, Vorname des Künstlers: Name des Kunstwerks. Ort, Ausstellungsort.1
_____________________________________
1 Abb. 1, aus Nachname, Vorname: Titel. Verlagsort/Verlag: Erscheinungsjahr, Seitenangabe.
1 Abb. 1, aus Nachname, Jahr, Seitenangabe.


Oder bei Harvard-Zitationsweise:

Abb. 1: Nachname, Vorname des Künstlers: Name des Kunstwerks. Ort, Ausstellungsort.

Im Abbildungs-/Literaturverzeichnis:
Abbildungsnummer, Seitenangabe eigener Text, Nachname, Vorname des Künstlers: Bildtitel. Entstehungszeit. Ort, Ausstellungsort.
aus Nachname, Vorname: Titel. Verlagsort/Verlag: Erscheinungsjahr, Seitenangabe.

 

Übernommene Abbildungen/Tabellen
Wird eine Abbildung oder Tabelle 1:1 übernommen, wird die Quelle als direktes Zitat angegeben.

Abb. 1: Das differenzierte Begabungs- und Talentmodell nach Gagné1
___________________
1
Gagné, 2000, S. 68

Oder bei Harvard-Zitationsweise:

Abb. 1: Das differenzierte Begabungs- und Talentmodell nach Gagné (Gagné, 2000, S. 68.)


Von der Autorin/vom Autor überarbeitete Abbildungen/Tabellen etc
Wird eine Abbildung oder Tabelle inhaltlich bzw. grafisch adaptiert, wird „In Anlehnung an“ angegeben.

Abb. 1: Grafische Darstellung des Vier-Seiten-Modells; in Anlehnung an Schulz von Thun1
__________________________________
1
Schulz von Thun, Friedemann: Miteinander reden 1. Störungen und Klärungen. rororo,  Reinbeck bei Hamburg, 1981, S. 30.



Von der Autorin/vom Autor selbst erstellte Abbildungen/Tabellen etc
Bei einer selbst erstellten Abbildung oder Tabelle wird als Quelle „Eigene Darstellung“ oder „Foto: Verf.“ angegeben.

Urheberrecht

Urheberrecht ist bei der VWA nicht anzuwenden
Eine vorwissenschaftliche Arbeit ist eine Prüfungsarbeit und wird als solche nicht veröffentlicht. Die Nichteinhaltung urheberrechtlicher Bestimmungen (z. B. die fehlende, mangelhafte oder falsche Angabe der Urheberin/des Urhebers eines Bildes) kann zwar bei der Beurteilung der VWA berücksichtigt werden, rechtliche Konsequenzen gibt es jedoch nicht. Es können also an sich Bilder jeder Art verwendet werden, da für eine nicht veröffentlichte schulische Prüfungsarbeit keinerlei Lizenzgebühren zu bezahlen sind.

Urheberrecht im Falle der Veröffentlichung der VWA
Dies ändert sich, sobald die Prüfungsarbeit bei Wettbewerben etc. einreicht und ins Internet gestellt wird. Es handelt sich dann um eine Publikation. In diesem Fall muss für die Verwendung von fremden Abbildungen die Genehmigung zur Verwendung eingeholt werden.

¹ In (vor)wissenschaftlichen Arbeiten mit deklarierten Kunstthemen werden auch häufig Technik/Material, Format genannt.

Paraphrasieren bedeutet, einen Text sinngemäß, also nicht wortwörtlich wiederzugeben. Schlüsselbegriffe aus dem Originaltext bleiben dabei erhalten.

Schreibhandlungen

Zusammenfassen: Bei der Übernahme von Gedanken und Inhalten wird der Ausgangstext gekürzt und somit zusammengefasst.

Wiedergeben einer ausgewählten Stellungnahme oder Position: Aus einem längeren Text werden einzelne Absätze bzw. Seiten ausgewählt und inhaltlich wiedergegeben.

Hervorheben und Erklären von einzelnen Aspekten: Aus den ausgewählten Textstellen werden einzelne Gedanken hervorgehoben und weitergeführt.

Zusammenführen und/oder Vergleichen von verschiedenen Aussagen: Aussagen verschiedener Autorinnen und Autoren zu bestimmten Aspekten werden zusammengeführt, Übereinstimmungen oder Widersprüche identifiziert.

Sinngemäße Wiedergabe

Wenngleich jedes Paraphrasieren durch die Auswahl von Einzelaspekten und durch die eigene Wortwahl einen Eingriff in den Ursprungstext bedeutet, muss dennoch die ursprüngliche Aussage beibehalten werden. Der Sinn darf keinesfalls verändert werden. 

Sinnveränderungen können geschehen,

  • indem man aufgrund von Einzelpassagen Rückschlüsse auf ein ganzes Werk zieht. Z. B.: Ein wichtiger Aspekt wird als fehlend beschrieben, obwohl er möglicherweise an anderer Stelle behandelt wird.
  • indem im Text formulierte Einwände oder Kritikpunkte an bestimmten Positionen nicht als solche kenntlich gemacht und als Aussage der Autorin/des Autors wiedergegeben werden. Z. B.: In einem Werk über Klimaveränderung werden Argumente der Leugner/innen der Klimaerwärmung angeführt und später widerlegt. Bei der Wiedergabe der Textpassage werden diese „Argumente“ aber der Autorin/dem Autor in den Mund gelegt. Auf die spätere Widerlegung wird nicht eingegangen.
  • wenn Generalisierungen bzw. Reduzierungen vorgenommen werden. Z. B.: In einem Werk über Lernschwierigkeiten wird darauf hingewiesen, dass – neben zahlreichen anderen ausgeführten Aspekten – das Schulklima zu Lernschwierigkeiten beitragen kann. Sinnentfremdet wiedergegeben wäre der Text, wenn das Schulklima generell für alle Lernschwierigkeiten verantwortlich gemacht würde. 

Quellenangabe

Wie bei wörtlichen Zitaten muss auch beim Paraphrasieren klar sein, auf welche/n Urheber/in die einzelnen Aussagen zurückgehen. Beginn und Ende der Bezugnahme müssen dabei deutlich werden. Die Quellenangabe wird meistens mit einem vgl. (= vergleiche) eingeleitet.

Sprachliche Kennzeichnung

Für die Einleitung und sprachliche Kennzeichnung von Paraphrasierungen gibt es zahlreiche sprachliche Möglichkeiten:

Präpositionen und Nominalphrasen

  • Laut X …
  • X zufolge …
  • In Anlehnung an X …
  • Nach X …
  • In Berufung auf X …

Verben

  • Bei X wird deutlich, dass …
  • X macht deutlich, betont, hält fest, dass …
  • X fordert ein/e… , fordert, dass …
  • X erklärt, räumt ein, stellt dar, stellt klar, stellt fest, dass …
  • X meint, kritisiert, nimmt an, gibt zu bedenken, verweist auf …
  • X charakterisiert, beschreibt das als …
  • X behauptet, dass … (Distanzierung)

Zusammenführungen und Vergleiche

Gemeinsamkeiten/Parallelen

  • X deckt sich mit Y hinsichtlich der Aussage, dass …
  • X steht im Einklang mit Y …
  • X kommt zur ähnlichen/selben Schlussfolgerung wie Y
  • Zur selben Einschätzung kommt …
  • X stimmt mit Y darin überein, dass …

Unterschiede

  • Anders als X meint Y, dass …
  • Im Gegensatz zu X stellt Y fest, dass …
  • Während X feststellt, dass…, betont Y …
  • Zu einer völlig anderen Schlussfolgerung kommt Y, wenn er schreibt …
  • X und Y unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Position zu …
  • X und Y widersprechen sich in ihrer Einschätzung von …

Wiedergabe von Äußerungen anderer

Der Konjunktiv I dient in der deutschen Sprache grundsätzlich der Kennzeichnung der indirekten Rede, also der neutralen Wiedergabe von Äußerungen anderer. Das ist beim Paraphrasieren grundsätzlich der Fall.

Beispiele

Im Folgenden wird beispielhaft gezeigt, wie mittels der angeführten Möglichkeiten Paraphrasierungen gestaltet werden können.

Ausgangszitate:

„Wissenschaftliche Arbeiten unterscheiden sich von anderen Texten vor allem dadurch, dass sie auf andere wissenschaftliche Texte Bezug nehmen. Das ist wichtig, denn niemand forscht in einem luftleeren Raum. Vielmehr knüpfen auch Sie in Ihrer Arbeit an einen bestehenden Diskurs an, den Sie aufgreifen und in den Sie Ihre eigene Forschung einbetten. Alle von Ihnen verwendeten Quellen müssen Sie daher sowohl im Text belegen als auch im Literaturverzeichnis aufführen.“

Prexl, Lydia: Mit digitalen Quellen arbeiten. Richtig zitieren aus Datenbanken, E-Books, Youtube und Co. 2. Auflage. Paderborn: Schöningh Verlag, 2015, S. 86.

„Wissenschaftliches Arbeiten ist ein theoretischer und/oder praktischer Erkenntnisprozess mit dem Ziel, die Ergebnisse in Form einer wissenschaftlichen Arbeit zu dokumentieren. Diese muss in jeder Hinsicht regelkonform sein und das selbstständige Denken des Verfassers belegen.“

May, Yomb: Wissenschaftliches Arbeiten. Eine Anleitung zu Technik und Schriftform. Stuttgart: Reclam, 2010, S. 13.

Neutrale Wiedergabe

  • Wiedergeben durch Kürzen (= Zusammenfassen)
    Prexl charakterisiert hier wissenschaftliches Arbeiten vor allem durch ihre Bezugnahme auf andere wissenschaftliche Texte, auf die die eigene Arbeit aufbaut und die eindeutig zu belegen sind (vgl. Prexl, 2015, S. 86).
  • Wiedergeben einer Erkenntnis oder Position
    Für Prexl ist ein wesentliches Merkmal wissenschaftlicher Texte die Bezugnahme auf andere wissenschaftliche Arbeiten zum Thema. Jede Forschung stehe im Kontext bereits bestehender Arbeiten und jede Arbeit müsse in diesen Kontext gestellt werden. Die Arbeiten, auf die Bezug genommen wird, seien eindeutig zu belegen – im Text und im Literaturverzeichnis (vgl. Prexl, 2015, S. 86).
  • Ausführen und Erklären
    Prexl zufolge nimmt jede wissenschaftliche Arbeit auf andere wissenschaftliche Texte Bezug. Das ist es, was ihrer Meinung nach Wissenschaft zentral ausmacht: das Aufgreifen und Sich-Einordnen in einen bestehenden Diskurs (vgl. Prexl, 2015, S. 86). [Anm.: Hier endet die sinngemäße Wiedergabe des Ausgangstextes, daher wird die Quelle, in diesem Fall als Kurzbeleg, angeführt. Es folgt die darauf aufbauende Weiterführung des Gedankens:] Wissenschaftliches Arbeiten heißt folglich nicht, als Individuum eine geniale Einzelleistung zu entwerfen, sondern es bedeutet vielmehr, bereits getätigte Gedanken, Erfindungen und Entdeckungen zu recherchieren, sie zu beschreiben, miteinander zu vergleichen und die eigenen Untersuchungsergebnisse damit in Verbindung zu bringen.
  • Vergleichen von verschiedenen Aussagen
    Während May wissenschaftliches Arbeiten als zielgerichteten Erkenntnisprozess mit entsprechender Dokumentation charakterisiert und dabei die individuelle gedankliche Leistung der Urheberin/des Urhebers einfordert (vgl. May, 2010, S. 13), hebt Prexl die Einbettung der Arbeit in einen bereits bestehenden Diskurs hervor, der unerlässlich für wissenschaftliches Arbeiten ist (vgl. Prexl, 2015, S. 86). [Hier wird der Indikativ gewählt und damit unbedingte Zustimmung ausgedrückt, s. u.]
  • Neutral durch Verb und Konjunktiv I (indirekte Rede):
    Prexl hält fest, dass die Einbettung in einen bereits bestehenden wissenschaftlichen Diskurs wesentlich für wissenschaftliches Arbeiten sei (vgl. Prexl, 2015, S. 86).

Wertende Wiedergabe von Aussagen

Durch sprachliche Mittel (siehe Schreibhilfen) kommen neutrale Wiedergabe, Zustimmung oder Kritik zum Ausdruck. Dies geschieht zum einen durch die bewusste Auswahl von Verben: Es macht zum Beispiel einen Unterschied, ob eine Aussage mit dem Verb „stellt fest“ oder „behauptet“ eingeleitet wird. Auch durch die bewusste Wahl des Modus positioniert man sich: Indikativ drückt Zustimmung aus, Konjunktiv I ist die Standardform der indirekten Rede, Konjunktiv II vermittelt den Eindruck von Distanzierung und Skepsis.

  • Zustimmung durch Verb und Indikativ:
    Prexl macht deutlich, dass die Einbettung in einen bereits bestehenden wissenschaftlichen Diskurs wesentlich für wissenschaftliches Arbeiten ist (vgl. Prexl, 2015, S. 86).
  • Kritisch durch Verb und Konjunktiv II:
    Prexl behauptet/meint, dass die Einbettung in einen bereits bestehenden wissenschaftlichen Diskurs wesentlich für wissenschaftliches Arbeiten wäre (vgl. Prexl, 2015, S. 86).
  • Positionierung der Verfasserin/des Verfassers durch Verwendung von Adverbien:
    Zustimmung: richtigerweise, richtig, treffend, nachvollziehbar
    Ablehnung: fälschlicherweise, missverständlich, widersprüchlich, irrtümlicherweise
    Wie Prexl sehr treffend schreibt, geht es bei wissenschaftlichem Arbeiten um einen eigenen Beitrag zu einem bereits bestehenden Diskurs. 

Selbsttest

Überprüfen Sie bei den folgenden Beispielen, ob es sich um seriöse Paraphrasierungen handelt und begründen Sie Ihre Einschätzung. Vergleichen Sie anschließend Ihre Einschätzung mit den Lösungen:

Beispiele für Paraphrasierungen
Paraphrase+/–Begründung
May nennt vier zentrale Aspekte wissenschaftlichen Arbeitens: systematisches Erkenntnisstreben, Dokumentation der Ergebnisse, die Einhaltung von Regeln und die eigene gedankliche Leistung (2010, S. 13). [Da einleitend der Autor namentlich genannt wird, reichen im Kurzbeleg Jahr und Seitenangabe.]  
Prexl behauptet, es sei bei wissenschaftlichem Arbeiten keine eigene gedankliche Leistung nötig (2015, S. 86).  
Prexl betont die Bedeutung der Einbettung der eigenen Arbeit in einen wissenschaftlichen Diskurs (2015, S. 86).  
Sowohl die Einbettung in den bereits bestehenden wissenschaftlichen Diskurs (Prexl, 2015, S. 86) als auch die eigene gedankliche Leistung (May, 2010, S. 13) sind für wissenschaftliches Arbeiten unerlässlich.   
Für May ist praktisches Forschen bei wissenschaftlichem Arbeiten unerlässlich (2010, S. 13). 

 


Lösungen

 +/–Begründung
May nennt vier zentrale Aspekte wissenschaftlichen Arbeitens: Systematisches Erkenntnisstreben, Dokumentation der Ergebnisse, die Einhaltung von Regeln und die eigene gedankliche Leistung (2010, S. 13).+Inhaltlich korrekte Wiedergabe der Aspekte, die May nennt; eigene Formulierung, Übernahme von Schlüsselbegriffen; Kenntlichmachung der Quelle durch Kurzbeleg.
Prexl behauptet, es sei bei wissenschaftlichem Arbeiten keine eigene gedankliche Leistung nötig (2015, S. 86). [Da hier die Autorin namentlich genannt wird, reicht im Kurzbeleg Jahr und Seitenangabe].Wenngleich in diesem einen vorliegenden Absatz der Aspekt „eigene gedankliche Leistung“ nicht vorkommt, handelt es sich um eine Unterstellung, Prexl würde diese Behauptung anstellen. Sie sagt das nicht und es ist unbekannt, was die Autorin an anderer Stelle schreibt.
Prexl betont die Bedeutung der Einbettung der eigenen Arbeit in einen wissenschaftlichen Diskurs (2015, S. 86).+Sinngemäße Wiedergabe eines zentralen Aspekts aus dem Ausgangszitat. 
Sowohl die Einbettung in den bereits bestehenden wissenschaftlichen Diskurs (Prexl, 2015, S. 86) als auch die eigene gedankliche Leistung (May, 2010, S. 13) sind für wissenschaftliches Arbeiten unerlässlich. +Inhaltliche Zusammenführung von zwei verschiedenen Quellen mit eindeutigen Belegen.
Für May ist praktisches Forschen bei wissenschaftlichem Arbeiten unerlässlich (2010, S. 13).Die Aussage wird verfälscht: May spricht von einem theoretischen und/oder praktischen Erkenntnisprozess. D. h., auch ein ausschließlich theoretischer Erkenntnisprozess ist zulässig.


Verwendete Quellen
May, Yomb: Wissenschaftliches Arbeiten. Eine Anleitung zu Technik und Schriftform. Stuttgart: Reclam, 2010.
Prexl, Lydia: Mit digitalen Quellen arbeiten. Richtig zitieren aus Datenbanken, E-Books, Youtube und Co. 2. Auflage, Paderborn: Schöningh Verlag, 2015.

Literatur
Kühtz, Stefan: Wissenschaftlich formulieren. Tipps und Textbausteine für Studium und Schule. Paderborn: Schöning Verlag, 2011.
Schreilechner, Adelheid/Maresch, Günther: klar. Matura. Vorwissenschaftliche Arbeit. Wien: Jugend & Volk, 2017.
 

Das Schreiben der VWA stellt Schülerinnen und Schüler vor unterschiedliche Herausforderungen. Nach Themenfindung, Recherche, Lesen, Exzerpieren und dem Ordnen der Ideen muss eine Struktur der Arbeit gefunden werden. Hier finden Sie Schreibhilfen zur Verfassen einer VWA (PDF).

Vom Einrichten der Arbeitsumgebung über Dokumentvorlagen bis hin zum Finalisieren der VWA – die Schulungsunterlagen von Erich Schmidt „VWA & Word” (PDF) bieten viele nützliche Hinweise zum Arbeiten mit dem meistverbreiteten Textverarbeitungsprogramm.

Format

  • DIN A4, einseitig beschrieben

Umfang

  • Max. 60.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen, Quellenbelegen im Text, Fußnoten, exkl. Vorwort, Inhalts-, Literatur-, Abkürzungs- und Abbildungsverzeichnis).
  • Es können auch praktische und/oder grafische Arbeiten miteinbezogen werden.

Exemplare

  • Abgabe von zwei Exemplaren in gebundener Form (Art der Bindung je nach schulinterner Regelung) an die betreuende Lehrperson sowie digital durch Hochladen in die VWA-Datenbank bzw. per USB-Stick o. Ä. am Schulstandort.
  • Bei Einbeziehung praktischer und/oder graphischer Arbeitsformen sind auch diese physisch beizulegen.

Inhaltsverzeichnis

  • Numerische Gliederung nach Haupt- und Unterkapiteln nach der Dezimalklassifikation (1/1.1/1.1.1).
  • Eine Untergliederung in 1.1.1 ist nur sinnvoll, wenn auch ein 1.1.2 folgt.
  • Es sollten dabei in der Regel nicht mehr als drei Ebenen gebildet werden.
  • Jeder ausgewiesene Gliederungspunkt ist mit einer Seitenzahl zu versehen, mit der man das Kapitel in der Arbeit findet.

Layout

  • Nummerierung der Seiten
    • Variante 1: Das Titelblatt zählt als Seite 1, wird jedoch nicht nummeriert. Es folgen Abstract, Vorwort und Inhaltsverzeichnis, die fortlaufend mitgezählt werden, ohne mit Seitenzahlen versehen zu werden.
    • Variante 2: Abstract, Vorwort und Inhaltsverzeichnis werden mit römischen Ziffern nummeriert, die erste Seite der Einleitung erhält die arabische Ziffer 1.
  • Titelblatt
    Dieses enthält folgende Informationen:
    • Thema der Arbeit
    • Name der Verfasserin/des Verfassers
    • Klasse
    • Name und Adresse der Schule
    • Name der Betreuungsperson
    • Abgabedatum

Grafische Gestaltung

Für den Gesamteindruck entscheidend ist auch die einheitliche Gestaltung

  • der Seitenränder (linker Randabstand ca. 2,5 cm, zusätzlich ist für das Binden ein Bundsteg von ca. 1 cm zu empfehlen; rechter Randabstand 2 bis 2,5 cm)
  • der Überschriften
  • der Kopf- und Fußzeilen
  • der Fußnoten
  • Satz
    • vorzugsweise Flattersatz linksbündig
  • Schrift
    • Durchgängige Verwendung einer gut lesbaren Schriftart (z. B. Calibri)
    • Es sollten nicht mehr als zwei Schriftarten im Dokument verwendet werden.
    • Schriftgröße: 12pt für Text, 10pt für Fußnoten unterstützt die Lesbarkeit.
  • Zeilenabstand
    • Standardtext 1,5-zeilig, Fußnoten einzeilig.
    • Zitate im Umfang von drei oder mehr Zeilen werden als Textblock eingerückt, ansonsten können sie unterschiedlich gestaltet werden: 12pt, kursiv oder 11pt, einzeilig.
  • Hervorheben von Texten
    • Überschriften durch Fettdruck und Schriftgrad
    • im Fließtext durch Kursivschrift
  • Einfügen von Bildern und Tabellen
    • Alle Bilder und Tabellen sind zu nummerieren und zu beschriften.
    • Im Text ist auf sie Bezug zu nehmen.
    • Die Quellen aller Bilder und Tabellen sind am Ende der Arbeit in einem Verzeichnis anzuführen. Das kann in einem gemeinsamen Verzeichnis oder getrennt geschehen.

Literaturverzeichnis

  • Alle verwendeten Quellen sind am Ende der Arbeit in einem Literaturverzeichnis anzugeben.
  • Grundsätzlich werden die angeführten Quellen alphabetisch nach AutorInnennamen  geordnet.
  • Wie für das Zitieren, gibt es auch beim Literaturverzeichnis unterschiedliche Optionen, die vor allem zwischen Naturwissenschaften und Geisteswissenschaften variieren. Wesentlich ist, dass die Angaben eine eindeutige Identifizierung der Quelle ermöglichen.